Wenn die Kuh den Käse testet

«Qualitätskontrolle» vor dem Alpchäs-Märt: Gabi Elmer-Freuler (rechts) und Jasmin Landolt geniessen auf Empächli die letzten Alptage – bevor sie engagiert am Alpchäs- und Schabzigermärt in Elm mitwirken. (Foto: Tina Wintle)

Am Sonntag wird das Dorfzentrum von Elm erneut zum Treffpunkt für Käseliebhaberinnen und Käseliebhaber aus der Schweiz und dem Ausland. Der traditionelle Markt verbindet regionale Spezialitäten, gelebtes Brauchtum und eine einzigartige Dorfkulisse.

Von Tina Wintle

Es ist wieder so weit: Am Sonntag, 4. Oktober, findet im Dorfzentrum in Elm der 31. Glarner Alpchäs- und Schabziger-Märt statt. Der Anlass hat sich im Verlauf der Jahre zu einem Treffpunkt für nationale und internationale Gäste entwickelt. Kaum anderswo lassen sich so viel Kultur und Tradition in einem derart schönen und authentischen Ambiente erleben. Mit etwas Wetterglück scheint an diesem Tag sogar noch die Sonne durch das Martinsloch – wenn auch nicht mehr direkt auf den Kirchturm.

Interessante Käsesaison
Gabi Elmer-Freuler verbrachte zusammen mit ihrem Mann Christian und der Zusennin Jasmin Landolt den Sommer auf der Alp Empächli
ob Elm. Sie ist gemeinsam mit Rebekka ­Zimmermann Co-Präsidentin der Glarona Käse-Genossenschaft in Glarus. Die Genossenschaft kauft jungen Glarner Alpkäse AOP von rund 27 bis 30 Alpbetrieben im Kanton Glarus ab, pflegt ihn im Reifekeller in Glarus und vermarktet ihn schweiz- und weltweit. 

In diesem Jahr kaufte die Glarona 76 Tonnen Glarner Alpkäse AOP ein – etwas weniger als im Vorjahr. «Das sind 13 Tonnen weniger als im Rekordjahr 2025.»

Gabi Elmer-Freuler war bei der Taxation des Käses dabei. Bei einer Taxation werden Qualitätsmerkmale und Geschmack eines AOP-zertifizierten Käses kontrolliert. «Dieses Jahr konnten wir sehr guten Käse testen», sagt sie.

Hitzesommer verändert die Milch
Die heissen und trockenen Sommermonate wirkten sich dennoch auf die Milch aus. «Der Milchgehalt hat sich verändert. Durch die Hitze und die Trockenheit gaben die Kühe weniger Milch», erklärt Elmer-Freuler. Gleichzeitig wies die Milch höhere Gehaltszahlen auf. Diese Entwicklung sei in der ganzen Schweiz zu beobachten: «Es ist interessant, wie Umwelteinflüsse ein Produkt verändern können.»

Kuhschnuppern auch im Tal
Neben Käse gibt es am Chäsmärt zahlreiche weitere Produkte zu degustieren und zu kaufen. Anders als früher im Truppenlager, wo sich alles um den Alpkäse drehte, umfasst das Angebot heute auch regionale Weine und Schnäpse, Holzschnitzereien, Schmuck, Bergkristallprodukte, Bienenhonig, Kuchen, Ziger und Zigerbrütli. Einer der Höhepunkte bleibt der traditionelle Alpabzug.

Dank der Kreativität der Ausstellenden und der grossen Produktvielfalt hat der Markt viele zusätzliche Besucherinnen und Besucher angezogen. Während früher vor allem frischer Alpkäse angeboten wurde, ist das Sortiment inzwischen deutlich breiter. Dazu gehören etwa Mutschli und Frischkäse sowie weitere Milchprodukte wie Nideltäfeli, geräucherter Käse oder Käse mit Kräutern. «Hauptsache, die Produkte sind speziell und einzigartig», sagt Elmer-Freuler.

Ohne das Dorf geht nichts
«Das Dorf Elm muss hinter dem Anlass stehen. Sonst läuft nichts», sagt Gabi Elmer-Freuler. Die Organisation des Marktes sei mit grossem Aufwand verbunden. Vereine und Bevölkerung seien deshalb entscheidend: Nur wenn die Bereitschaft vorhanden sei, den Anlass mitzutragen, könne er erfolgreich durchgeführt werden.

Auch das Publikum hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Internationale Touristinnen und Touristen mischen sich unter die Einheimischen und halten Szenen, Tiere, Menschen und Produkte mit ihren Handys fest. Viele reisen mit Bussen an. Entsprechend wurde das Sicherheits- und Verkehrskonzept angepasst. Auch der Aufwand für das Organisationskomitee ist deutlich gestiegen.

Ein besonderer Dank gilt deshalb allen, die zum Gelingen des Anlasses beitragen: der Bevölkerung, den Vereinen, dem Organisationskomitee mit dem neuen Präsidenten Christian Elmer-Freuler an der Spitze sowie allen Freiwilligen, die bereit sind, sich für den Markt zu engagieren.

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