Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Schweizer Trachtenvereinigung hat sich der Vorstand der Trachtengruppe Chlytal etwas Besonderes einfallen lassen. Mitten in Elm können historische Einblicke in die Geschichte der Chlytaler Trachten gewonnen werden.
Von Barbara Bäuerle-Rhyner
«Unsere Materialverwalterin hatte die Idee, die zahlreichen Trachten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», erzählt Vorstandsmitglied Elisabeth Steiner beim Besuch der Ausstellung im ehemaligen «Didi’s Lädeli» mitten in Elm.
1989 wurde der Verein gegründet aus dem Anlass, die fast verschwundene Chlytaler Festtagstracht – die letztmals bei der Eröffnung der Sernftalbahn im Jahr 1905 bildlich festgehalten wurde – wieder aufleben zu lassen. Aktuell zählt die Trachtengruppe Chlytal 41 Mitglieder, die dem Vereinszweck Sorge zur Tracht und Weitergeben von Kulturgut folgen. Drei Jahre vor dem 40-Jahr-Jubiläum arrangierte der Verein nun eine einzigartige Ausstellung.
Geschichte erleben
Die Räumlichkeiten strahlen Tradition und Werte aus, sind liebevoll dekoriert, und was gezeigt wird, ist professionell arrangiert. Jedes Detail der ausgestellten Frauen- und Männertrachten stimmt genaustens.
Alle Stücke, die die Geschichte des Chlytals verkörpern, sind vor Ort: die neue Festtagstracht, die Sonntags-, die Werktags- sowie die Wintertracht. Aber auch Vorgängermodelle der Trachten oder liebevoll mit Stickereien verzierte Mieder sowie Büffel und Mäntel sind ausgestellt.
Sie alle erzählen Geschichten aus den letzten Jahrhunderten, sind dabei nebst lebendiger Tradition mit viel Liebe zum Detail bestückt. Und obwohl im Zentnerhaus Kleidungsstücke bis zurück ins Jahr 1770 zu finden sind, dürfen diese nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Händen bestaunt und erfahren werden.
Zum Anfassen
«Es war uns wichtig, eine offene Ausstellung zu schaffen», erläutert Elisabeth Steiner, während die Besucher die feinen Spitzen bestaunen und überrascht über den festen, wohl «bissigen» Stoff alter Exemplare sind.
Das wirkt: Nebst dem imposanten Aussehen vermittelt das Fühlen der wertvollen, teils erstaunlich robusten oder überraschend fest verarbeiteten Stoffe, einen Eindruck oder eine Vermutung über den Tragekomfort der Kleidung aus Jahrhunderten.
Bis zum 24. Oktober ist die kostenlose Ausstellung jeweils am Mittwoch von 14.00 bis 17.00 Uhr und am Samstag von 09.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, auf Anfrage auch an anderen Tagen. Dabei ist jeweils jemand vom Verein anwesend, um Fragen zu beantworten oder eine der zahlreichen Geschichten hinter den Kleidern zu erzählen.


