Im Gemeindezentrum wurde das 80‑jährige Jubiläum der Müller Schwanden AG gefeiert – der Gastgeber Ralph Müller bot den 160 geladenen Gästen einen Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Im Mittelpunkt standen drei Dinge: das Jubiläum, die Musik – und das feine Essen von Sirana.
Von Yvonne Landolt
Durch den Abend führte mit viel Witz Nino Ferrari. Bereits beim Apéro sorgten die Sarganserländer Musikanten für Stimmung und den perfekten Einstieg in den Festabend. Der musikalische Höhepunkt folgte später mit einem Orchester, das weit über die Region hinaus bekannt ist: das Christoph Walter Orchestra. Christoph Walter liess es sich nicht nehmen, den Jubilar und Gastgeber Ralph Müller persönlich zu würdigen. Er bezeichnete ihn als einen «sehr guten Gastgeber und Koch», der zudem über einen beachtlichen Weinkeller verfüge. Ein Lob, das sich an diesem Abend bestätigen liess: Kulinarisch wurden die Gäste von Sirana verwöhnt – ein purer Genuss.
Zwischen Musik und Kulinarik war auch Zeit für einen Blick zurück: 80 Jahre Firmengeschichte, erzählt aus erster Hand.
1946 – der Anfang
Gegründet wurde die Garage Müller anno 1946 vom Grossvater – damals noch eine einfache, kleine Garage. Mit viel handwerklichem Geschick und Erfindungsreichtum reparierte er die Autos seiner Kundschaft. In einer Zeit, in der man noch mit Ideenreichtum statt mit Software-Updates Probleme löste, entstand die Basis eines Unternehmens, das von Vertrauen und fairer Preisgestaltung geprägt war. Parallel dazu setzte der wirtschaftliche Aufschwung ein – und die Garage wuchs mit.
Motorsport-Ära
Unter Ralphs Vater Oskar «Ösg» Müller entwickelte sich die Garage weiter: Auto Union, Triumph und vor allem Renault prägten diese Zeit. Es entstand eine richtige Renault‑Geschichte. Der Motorsport spielte während dieser Zeit eine grosse Rolle – getunte Renault 5 Turbo, Rallye-Rennwochenenden, Adrenalin und Schrauberschweiss. Für den jungen Ralph Müller waren das eindrückliche Erlebnisse.
Bau der neuen Garage
Ein Meilenstein folgte 1983: Der Kauf eines Gebäudes der Therma und der Bau der neuen Garage, das war einer der grössten Schritte in der Firmengeschichte. Die neue Garage blieb – und wurde zum Herzstück des Betriebs.
Die dritte Generation übernimmt
2003 übernahm Ralph Müller in dritter Generation das Steuer. Sein Credo: Auf Bewährtem aufbauen, Gutes weiterführen und mit neuen Ideen vorwärtstreiben.
Die wohl grösste Veränderung war der bewusste Abschied von der klassischen Markenvertretung. Nach Jahrzehnten als offizieller Vertreter von Auto Union, Triumph, Renault, Chrysler und Jeep machte Ralph Müller einen mutigen Schritt: weg von der Abhängigkeit der grossen Marken, hin zum Direktimport. Dieses Modell ermöglichte es, Fahrzeuge zu deutlich erschwinglicheren Preisen anzubieten – ohne auf Fachkompetenz zu verzichten.
Ein besonderes Kapitel in dieser Phase: die auffälligen, gelben Plakatkampagnen. Sie prägten das Strassenbild und verankerten «Müller» als eigenständige Marke im Bewusstsein der Kundschaft. Aus der Garage wurde eine bekannte Adresse – Fachhandel, gute Angebote, klare Botschaft.
Gemeinsam stark
Beim 80‑Jahre‑Jubiläum blickt Ralph Müller nicht nur auf die Geschichte des Unternehmens, sondern auch auf die Menschen dahinter. Besonders erwähnt wird sein langjähriger Mitarbeiter und Freund Thomas Gallati. Seit 25 Jahren arbeitet Thomas Gallati an seiner Seite. Zu diesem Doppeljubiläum – 80 Jahre Müller AG und 25 Jahre Thomas Gallati – gratulierte Ralph Müller sichtlich bewegt. Der Erfolg, so machte er deutlich, sei nie eine Einzelleistung. Viele Mitarbeitende hätten ihren Teil dazu beigetragen, dass die Garage heute das ist, was sie ist.
Dankbarkeit und Ausblick
Ralph Müller sprach seinen Kundinnen und Kunden einen herzlichen Dank aus: für die Treue, das Vertrauen und die langjährigen Beziehungen. Mit Blick zurück und nach vorne brachte er es auf den Punkt: «Stillstand ist Rückstand.»
Heute sieht er die Müller Schwanden AG in einer guten Grösse – solide aufgestellt, mit klarer Vision. Die Richtung ist definiert: er möchte typisch Müller bleiben. Genau diese Mischung aus Tradition, Mut zur Veränderung, handfestem Know-how und viel Herzblut war am Jubiläumsabend spürbar.


