Bodäfahrt 2026

Bei angenehmem Viehwetter sind die Urnerboden-Älpler nach einer guten Oberstafelzeit mit ihren Kühen auf den Urnerboden in frisches Gras zurückgekehrt. (Foto: zvg)

40 aufgestellte Älplerfamilien mit rund 1000 gediegen geschmückten Kühen, ein tolles Ambiente mit imposantem Glockensound und angenehmes Viehwetter prägten die Bodäfahrt vom 18. August.

Am 9. August, im Anschluss an den Gottesdienst auf dem Klausenpass, trafen sich die Urnerboden-Älpler bei heissem Sommerwetter zum traditionellen «z’Bodämeehrä». Alpvogt Josef Arnold rief die versammelten Älpler auf, Vorschläge für das Datum der Bodäfahrt zu machen. Aus dem Zweiervorschlag 18. und 22. August wurde mit deutlichem Mehr der 18. August als Bodäfahrts-Tag bestimmt.

Die Regenfälle der vergangenen Tage sowie der markante Temperaturrückgang bewogen die Älplerfamilien, erst kurz vor Tagesanbruch aufzubrechen. So erreichten die ersten Sennten das Dorf Urnerboden in der Dämmerung kurz vor 06.00 Uhr. Den meisten Kühen wurde eine Fahrtreichel oder Glocke umgehängt. Es gibt Kühe, die sichtlich mit Stolz und besonders gut ihre Treichel läuten. Es war ein fantastisches Erlebnis, nach Tagesanbruch so viele Sennten mit ihrem an den Felswänden widerhallenden Glockenklang an sich vorbeiziehen zu sehen und zu hören. Immer mehr Älplerfamilien haben ihre Kühe mit Herzblut geschmückt, was mit Applaus am Strassenrand belohnt wurde. 

Besucherinnen und Besucher aus der Innerschweiz, Ostschweiz, ja sogar aus dem Bernbiet sowie dem grenznahen Ausland berichteten, dass sie auf die Bodäfahrt aufmerksam gemacht wurden und somit diese unbedingt einmal erleben wollten. Die OK-Festwirtschaft und der Verkaufsladen der Alpkäserei Urnerboden sowie der Dorfladen verzeichneten regen Betrieb. Auch die Sitzgelegenheit im bereitstehenden Festzelt wurde von vielen Besuchenden sehr geschätzt.

Guter Alpsommer 2026
Auf Nachfrage bei Älplern darf der Sommer 2026 für die Alpwirtschaft in der Klausenpass-Urnerboden-Region als gut festgehalten werden. Nach vier heissen Wochen auf dem Urnerboden gings am 30. Juni in die Oberstäfel. Kein Schneewetter und praktisch keine Hagelschläge, mehrere Hitzeperioden, aber immer wieder Regenfälle, das ­ergab eine zufriedenstellende Stafelzeit. 

Die heissen sieben Wochen Stafelzeit zeigten sich in kleinerer Milchleistung, was wiederum weniger Alpkäse bedeutet, dagegen war der Gehalt der Milch gut. Die Mengen des Quellwassers waren anfangs sehr gut, gegen Ende der Oberstafelzeit förderten einige Quellen markant kleinere Mengen Wasser, sodass es knapp wurde, aber nicht zu einer Wassernotlage kam.

An der Bodäfahrt vom 18. August 2026 sind die Älplerfamilien mit ihren Kühen wieder auf dem Urnerboden eingetroffen, wo sie viel frisches Gras vorfanden. Sie bleiben zwischen zwei bis fünf Wochen, und dann entscheidet jeder Älpler individuell den Zeitpunkt für seine Alpabfahrt.

eing.

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