Unter dem Credo «Chancen multiplizieren sich, wenn man sie ergreift» wurde in Elm das neueste touristische Projekt vorgestellt: ein Campingplatz.
Zur öffentlichen Orientierungsveranstaltung fanden sich am 18. August rund sechzig Personen im Gemeindehaus Elm ein. «Wir sind heute wegen einer Chance hier», begrüsst Romano Frei von der IG Campingplatz die Anwesenden. Er betont die Wichtigkeit des Tourismus im Tal, auch in Verbindung mit KMUs: «Heute Abend gilt es, Weichen zu stellen», ermuntert Frei die mehrheitlich einheimischen Anwesenden für einen «guten» Tourismus, dessen grössere Wertschöpfung er in Übernachtungsgästen sieht. Seit fünf Jahren wird am Projekt gearbeitet, welches sich im vorgängigen Projekt «Belebung Dorfzentrum Elm» als höchste Chance für die Realisierbarkeit herauskristallisierte.
Bis 100 Stellplätze
2023 wurde eine Machbarkeitsstudie betreffend Erschliessung, Naturgefahren und Kosten lanciert. Auf einer Fläche von 1,5 Hektaren sollen am Dorfeingang von Elm achtzig bis hundert Stellplätze entstehen. Geschätzte Kosten: 4,8 Mio. Franken. Mit mehr Logiernächten sollen mehr Gästetaxen und eine bessere Auslastung bestehender Infrastrukturen angestrebt sowie die Attraktivität bestehender Betriebe gesteigert werden. In der breit abgestützten Projektgruppe und vor allem in der Zusammenarbeit mit dem TCS sieht er Lösungen, während Hürden wie Zonenkonformität, Trägerschaft, Bodeninfrastruktur, Baubewilligungen und Finanzierung noch zu bewältigen sind.
TCS
Im 1896 gegründeten Touring Club Suisse fand die IG bereits einen erfahrenen Partner, der den Platz betreiben würde. «Die rein touristische Ausrichtung, also der Verzicht auf Dauercamper, schafft flexible Kapazitäten für Feriengäste», betont Thomas Geiger vom TCS das Potenzial, welches er für Elm sieht. Gerechnet wird mit 15 000 bis 25 000 Logiernächten jährlich.
26 Campingplätze betreibt der TCS schweizweit, generiert rund 0,9 Mio. Logiernächte jährlich und bietet für Elm dadurch mit breiter Erfahrung eine verlässliche Partnerschaft.
Politischer Prozess
Zunächst steht jedoch die Umzonung der aktuellen Landwirtschaftszone an. Mit dem Start der öffentlichen Auflage der Nutzungsplanung vom 19. August ist dies für die beiden betroffenen Parzellen geplant. Dies schaffe jedoch lediglich eine planungsrechtliche Voraussetzung, betont Gemeinderat Martin Baumgartner. «Wie es weitergeht, hängt vom Verlauf der Auflage und vom weiteren politischen Prozess ab», so Baumgartner mit dem Hinweis, dass beim erhofften Ausbleiben der (NUP-)Einsprachen auch im Frühjahr 2027, nach der Zustellung des Memorials 1, allfällige Gegenanträge zuhanden der Gemeindeversammlung möglich sind. «Die Genehmigung der Campingzone ist grundsätzlich nur das Fundament», erinnert Baumgartner anhand von Futuro an den Prozess mit Überbauungsplänen, Genehmigungen, Baugesuch etc.
Positives Feedback
Die Anwesenden äusserten sich grundsätzlich positiv oder – aufgrund der sich häufenden wild Campierenden – gar mit «dringend nötig» zum geplanten Campingplatz. Betreffend Realersatz für Landwirte, Gewässerraum und ökologische Ausgleichsmassnahmen oder auch Mehrwertabgaben seitens der Gemeinde erkundigte sich Landwirt André Siegenthaler nach Punkten, die zum aktuellen Projektstand noch nicht alle abschliessend beantwortet werden konnten.
Barbara Bäuerle


