Zwischen Sonnenschein, Abschied und Gipfelglück

Wunderschöner Ausblick vom Rautispitz. (Foto: Rahel Freuler-Schrepfer)

Auf unserer Alp ist in den letzten Wochen wieder einiges gelaufen. Langweilig wird es hier oben sowieso nie. Der Alpsommer schreitet mit grossen Schritten voran und die letzte Etappe hat gestartet.

Mit Sack und Pack, Mensch und Tier wechselten wir am 1. August vom Oberstafel Rauti in den Unterstafel Obersee, wo wir jetzt hoffentlich noch die letzten acht Wochen verbringen werden. Die Weiden sind in diesem Jahr durch das schöne Wetter deutlich trockener als gewohnt und das Gras wächst längst nicht so üppig wie in anderen Jahren. Was für Wanderer und Ausflügler traumhaft war, brachte den Weiden weniger Freude. Die Tiere haben weniger Futter zur Verfügung als in einem normalen Alpsommer, somit geben die Kühe leider auch weniger Milch und schlussendlich gibt es auch weniger Käse. Deshalb hiess es dann auch etwas früher als gewohnt zügeln. Nun hoffen wir alle, dass Petrus den Wasserhahn bald wieder etwas weiter aufdreht, damit wir den Alpsommer wie gewohnt Ende September beenden können. Neben all den vielen Gedanken um das Wetter rückt mit dem Abschied unseres Lehrlings Anian ein weiterer besonderer Moment in den Mittelpunkt. Anian absolvierte bei uns sein zweites Landwirt-Lehrjahr. Während der vergangenen Monate hat er sich mit viel Einsatz, Interesse und Fleiss in den Alpalltag eingebracht. Ob bei der Tierbetreuung, beim Melken oder bei den zahlreichen Arbeiten rund um die Alp – auf ihn war jederzeit Verlass. Lieber Anian, danke für deinen grossen Einsatz und die vielen lustigen Momente. Für deine Zukunft wünschen wir dir von Herzen alles Gute. Die Tür auf unsere Alp steht dir jederzeit offen. Zwischen Arbeit und Abschied durfte aber auch das Gemüt nicht zu kurz kommen. Unser Familienausflug führte uns auf den Rautispitz. Ganz ohne Arbeit ging es auch dort nicht – zuerst wurde gemeinsam der letzte Zaun fertiggestellt, bevor wir den Gipfel geniessen konnten. So lässt sich Arbeit und Vergnügen auf der Alp eben am besten verbinden. Die Aussicht war jede Schweissperle wert, und das wohlverdiente Picknick schmeckte nach getaner Arbeit gleich doppelt so gut. Und Cyril war mit seinen zehn Monaten auch schon das erste Mal auf dem Rautispitz. So bringt jeder Alpsommer seine eigenen Geschichten mit sich. Mal läuft alles nach Plan, mal braucht es etwas Improvisation – und manchmal auch einfach eine gute Portion Humor. Genau das macht das Älplerleben aus. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen und hoffen auf ein paar kräftige Regentage.

Rahel Freuler-Schrepfer lebt und arbeitet während der Alpzeit auf der Alp Obersee-Rauti und berichtet darüber.

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