Unter dem Leuggelenstock liegt die Stockplanggen – ein steiles Gelände, das Mensch und Material alles abverlangt. Hier wird Wildheuen zur Herkulesarbeit. Fränzi und Markus Figi hatten am Donnerstag und Freitag, 30./31. Juli, ein Team von Heuer/-innen und einen Helikopter im Einsatz.
Von Yvonne Landolt
Bereits zum vierten Mal bewirtschaften Fränzi und Markus Figi aus Luchsingen das anspruchsvolle Gebiet Stockplanggen unter dem Leuggelenstock in Glarus Süd. Bis das Heu schliesslich sicher im Tal liegt, vergehen fünf Tage purer Knochenarbeit. Allein das Mähen ist ein Marathon: Innerhalb von drei Tagen steht Markus Figi rund 20 Stunden im Steilhang.
Danach rücken Familie und freiwillige Helfer an, um das getrocknete Gras sauber in die Heunetze zu stopfen. In der sengenden Sommerhitze stossen einige im steilen und weitgehend schattenlosen Gelände an ihre Grenzen. Willkommene Stärkung bringt die jüngste Tochter Michaela zusammen mit ihrer Kollegin Hailie: Sie wandern mit Essen und Getränken zur Plangge hoch – und packen nach der Pause sofort selbst tatkräftig mit an.
Der Höhepunkt dieses Kraftakts ist der Abtransport per Helikopter, denn nur so kann der Lohn der strengen Arbeit in den sicheren Stall gebracht werden. Hier herrscht absolute Präzision im Minutentakt. Gerade einmal zwei Minuten bleiben Markus pro Netz, um das nächste, rund 1,2 Tonnen schwere Heubündel sicher am Seil des schwebenden Helis einzuklinken. Am Ende des Tages sind die Gesichter von Erschöpfung und Staub gezeichnet. Doch die Müdigkeit weicht grosser Zufriedenheit. Ein solcher Wildheu-Einsatz zeigt eindrücklich: Ein Berg wie die Stockplanggen lässt sich nur mit bedingungslosem Teamgeist bezwingen.


