Nordlichternd schön

Patrick Secchiari leitet die Musikwoche Braunwald musikalisch. (Foto: Pia Neuenschwander)

Nordlichter waren im Winter bis ins Glarnerland zu sehen und auch die 89. Musikwoche Braunwald vom Dienstag, 4., bis Sonntag, 9. August steht unter dem Motto «Nordlichter». ­Patrick Secchiari leitet Chor und Vokalensemble der Chorwoche und ist vom traditionsreichen Festival begeistert.

Von Fridolin Jakober

«Ich freue mich auf die fast 70 Sängerinnen und Sänger, die Braunwald in Kombination mit schöner Musik erleben und die singen wollen», sagt Patrick Secchiari. Selbst singen ist für viele wichtig – so auch für Hansruedi Zopfi, der heuer zum zweiten Mal mitmacht. «Letztes Jahr führten wir Schuberts Winterreise auf, das war tolle Musik. Dieses Jahr mache ich zudem im Ensemble mit und freue mich, als Pensionierter Neues und Unbekanntes einzustudieren. Bei der ersten Probe haben mich insbesondere die fünf hebräischen Liebeslieder beeindruckt. Ich freue mich auf die Arbeit mit Patrick Secchiari, er ist unheimlich gut im Umgang mit den Menschen.»

Engagierte Musiker/-innen
Für Secchiari ist es ein Motivationsschub, bei der 89. Ausgabe der Musikwochen erstmals mitzumachen. «Einiges ist im Umbruch, aber die Woche hat grosse Tradition und auch wenn wir – wahrscheinlich einmalig – auch in Rapperswil ein Konzert geben, soll der Ursprung nach wie vor in Braunwald liegen.» In Jona leitet Secchiari einen weiteren Chor, aus dem viele an der Chorwoche mitmachen. «Etwas Spezielles in Braunwald sind die Formate, wo sich Musizierende, Singende und Gäste auf Augenhöhe begegnen. Diese Formate müssen unbedingt bleiben. Letztes Jahr passte das Thema Schmelzwasser ins Glarnerland, dieses Jahr ist es die nordische Musik, besonders von Ola Gjeilo. Seine Kompositionen habe ich gern, sie mischen Geistliches und Weltliches. Es ist sehr volksnahe Musik, die gut bei den Leuten ankommt. Zudem stammt Cellistin Karolina Öhman aus Schweden. So kam das Thema zustande und ich finde, die kühle nordische Musik passt in die Bergwelt.»

Gegenpole
Am Dienstag, 4. August, sind alle Singfreudigen zu einem offenen Singen im Kulturcafé BSINTI Braunwald eingeladen. Dort setzt Secchiari mit Schweizer Liedern wie «Stets i Truure», «S’isch mer alles eis Ding» oder «Bellezza mia cara» einen bewussten Gegenpol zur nordischen Musikwelt. Beim Kammermusikabend am Donnerstag, 6. August, können Chorsingende und Gäste dann schon zwei der Instrumentalisten vom Schlusskonzert kennenlernen. Unter dem Titel «Irrlichter auf Reisen» präsentieren Cellistin Karolina Öhman und Pianist Alexander Ruef Werke von Claude Debussy, Sergej Rachmaninoff sowie nordischen Komponistinnen und Komponisten wie Kaija Saariaho, Christian Sinding und Lotta Wennäkoski. 

Zweimal so schön
Als Höhepunkte gelten dieses Jahr die beiden Schlusskonzerte, am Samstag, 8. August, in der reformierten Kirche Linthal, und am Sonntag, 9. August, im Schloss Rapperswil. Neben der atmosphärischen Chormusik mit «Ubi Caritas», «Northern Lights» und «The Rose» von Ola Gjeilo erklingen Kompositionen des Letten Ēriks Ešenvalds und des Amerikaners Eric Whitacre – zwei weitere wichtige Vertreter zeitgenössischer Chormusik. So verbindet die Musikwoche Braunwald wiederum musikalische Qualität mit inspirierenden Begegnungen in der Bergwelt des Glarnerlands. Das ganze Programm auch auf musikwoche.ch.

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