Eine Grippe hat mich erwischt, die letzten drei Tage lag ich mit Fieber im Bett. Jetzt geht es wieder; und der Kampf ums Wasser geht weiter. Mir händ d Rindli mösä i all Eggä vu dr Alp verteilä, dett, wos nuch Wasser hett. Mir hoffed, dass es bald chunnt recht gu rägnä. Suss isches dä nüd äso gfreut.
Mit den Milchkühen geht es im Moment noch, dort, wo sie sind, ist noch genug Wasser vorhanden. Auch das Käsen geht wie stets vonstatten. Es ist aber gerade alles ein Kampf. Es ist mühsam. Man muss improvisieren, umteilen, Pläne über den Haufen werfen. Der Regen, der bis jetzt gekommen ist, war sicher gut, jedoch reicht er noch nicht. Es müsste sicher einmal eine Woche lang regnen nach diesen Hitzewellen, bis die Wasserspeicher wieder voll sind. Man überlegt sich dann auch, was man tun wird, wenn dies nicht eintritt, wenn es nicht einmal tageweise Regen gibt. Eine Variante wäre ins Bergli hinunter zu gehen, in unsere Vorweide im Klöntal. Oder wir ziehen mit den Kühen an den Unterstafel und bleiben einfach mit den Rindern am Oberstafel. Ich weiss es jetzt auch noch nicht. Fortzuä luägä. Aber es ist ein Kampf.
In aller Munde ist auch immer, Wasser hinaufzufliegen in solchen Situationen. Das ist für mich aber keine Option. Da fliegt man einen Tag ein paar tausend Liter und muss dies am übernächsten Tag gleich wieder tun, weil eine Alp doch viel Wasser braucht fürs Vieh und alle Arbeitsabläufe. Wir wären auch nicht eingerichtet für diese Transporte, der Heli bringt das Wasser in einem grossen «Bag», da braucht es eine Plattform, auf der man diesen Bag abstellen kann. Wir haben dies hier oben nicht. Wir haben keine solchen Flächen. Wasser zu fliegen ist daher keine Option bei uns. Da gehen wir vorher in tiefere Lagen.
Die Kühe und die Rinder sind aber im Grundsatz zufrieden, es hat einfach sehr viel Uuzifer, Bräämä und Flüügä. Das ist extrem bei diesen heissen Temperaturen. Auch das ist ein Kampf.
Weiters sind wir auch immer mit Bauarbeiten beschäftigt am Oberstafel. Wir verbessern die Wege, auch Brunnenfundamente haben wir gemacht, da möchten wir bald einmal Tröge setzen, auch für die Zukunft. Auch die Viehtriebwege beim Gadä am Oberen haben wir ausserdem verbessert. Da hilft jeweils auch die ganze Familie mit. Meine Frau Brigitte, die Söhne Sämi und Tobias. Auch sie sind da tatkräftig mit dabei. Es helfen alle überall mit. Das ist schön.
Marco Huser-Schnyder ist Käser und Senn, er lebt und arbeitet während der Alpzeit mit seiner Familie auf der Alp Hinterschlatt im Klöntal und berichtet darüber.


