Was haben Taufkinder und eine Kirchgemeinde gemeinsam? Die Antwort hat am 5. Juli Gültigkeit. Es ist das Alter. Die Evang.-ref. Kirchgemeinde Glarus Nord hat zarte sieben Monate hinter sich, die Täuflinge Jaël, Loris und Julian Elias nur wenige Wochen mehr. Und für einmal war Gottes herrliche Natur die Kirche.
Weit höher als der Kerenzer Kirchturm ragten die Berggipfel in den Himmel: Mürtschenstock, Nüenchamm und Fronalpstock; sie dienten als Klangkörper für das von Manfred Bertini virtuos geblasene Alphorn und das Harmonium von Kirchenmusiker Andreas Zwingli. Harmonium? Ja, auf der Talalp gibt es keinen Strom, so «schleppte» der Organist eines seiner Bijoux hinauf zu den Talhütten, um mit Muskelkraft und feinem «Gspüri» die Begleitmusik zu den Gemeindeliedern und zum Alphorn zu spielen.
Gut gefüllt waren die Sitzreihen, zahlreich – aber noch nicht ganz genügend – die Sonnenschirme. Denn die Sonne strahlte unerbittlich vom Himmel; die feine Brise war da sehr willkommen. Toleriert wurde grosszügig, dass dieser Wind die Taufkerzen immer wieder auslöschte. Köstlich, wie die Taufkinder auf das Taufwasser reagierten: eher scheu und abweisend das eine, vergnügt und lachend das andere. Denn so viel Taufwasser aufs Haar, wie das Pfarrerin Katja Missal zelebrierte, war eher ungewöhnlich. Das Alphorn gab jedem Täufling ein liebevolles musikalisches Geschenk auf den Lebensweg mit. Eine Kurzpredigt rundete den Freiluftgottesdienst ab.
Mit einem mittleren Hüngerlein labten sich dann viele am feinen Kuchen- und Getränkebüfett der Alppächter Irène und H.-R. Lütschg. Wunderbar, was diese Familie aus der Alpküche alles auftischte. Und dann spazierten die Kirchgänger in alle Himmelsrichtungen weg, hinab zum Talalpsee, hinüber nach Obstalden, hinauf ins Habergschwänd – oder kurz entschlossen zum Kirchentaxi Reust hinab nach Filzbach. Urs Guler (Sigrist) und Walter Schaub (Ortskommission) oblag es nun, das am Vortag hochgefahrene Inventar wieder abzubrechen und einzulagern. Es hat sich gelohnt, nicht zuletzt auch deshalb, weil die grosszügige Kollekte den Spitalschiffen von «Mercy-Ships» in den Häfen Afrikas zugutekam.
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