Wie es die Tradition verlangt, ist Janine Rickenbacher nach erfolgreich bestandener Lehrabschlussprüfung als Polygrafin beim FRIDOLIN in die Gilde der Schwarzkünstler aufgenommen worden.
Begleitet von Arbeitskolleginnen und -kollegen, Eltern und Freunden wurde sie vom TV Haslen in einem Wägelchen von ihrem Arbeitsplatz zum Berggeistbrunnen gezogen und von ihren Berufskolleginnen gegautscht. Das Gautschen ist ein alter Brauch der Buchdrucker und Schriftsetzer, der bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Zeremonien sind nicht überall gleich, doch eines ist sicher: Der Gäutschling wird am Ende immer nass. In der Sprache der Drucker gilt das Gautschen als feierlicher Taufakt, der die frisch Ausgelernten dazu berechtigt, sich im Kreise der Gehilfen als vollwertige zukünftige Berufsgenossinnen und -genossen zu fühlen. Unter der Leitung des Gautschmeisters folgt die weihevolle Handlung einem genauen Protokoll. Der Täufling wird von zwei Packern ergriffen und zum Brunnen geführt – und dort traditionsgemäss dem Wasser übergeben.
(Text: Yvonne Landolt, Foto: Søren Ehlers)


