Pokémon-Hotspot in Ennenda

Zwei, die die Freude am Spielen nicht verlernt haben: Radim Fojtik, rechts, Mitinhaber und Ge-
schäftsführer des neuen Card Spot in Ennenda und Alex Cacciatore, Mitinhaber. (Foto: Tina Wintle)

Als Radim Fojtik aus Ennenda mit seinem damals sechsjährigen Sohn das erste Pokémon-Päckli öffnete, war es um ihn geschehen. Aus dem Vater-Sohn-Hobby ist eine rasant wachsende Community geworden – nun hat der 47-Jährige seinen Job gekündigt und erfüllt sich mit dem neuen Sammelkarten-Laden «Card Spot» in Ennenda einen Traum.

Radim Fojtik ist fasziniert von den ­Pokémon-Sammelkarten. Die Karten über das japanische Fantasie-Universum mit tiefgründigen Charakteren und bunten Welten haben es ihm angetan. Als die Sammelkarten mit den Jahren mehr wurden, hat er einen Hobbyraum gemietet und kleine Sammlertreffpunkte organisiert. Später hat er in Ennenda in der Bleiche einen Raum eingerichtet, in dem sich Sammler austauschen, Karten tauschen und natürlich das Pokémon-Spiel spielen. 

Die Pokémon-Community wächst rasant, deshalb hat Radim Fojtik ein grösseres Lokal in Ennenda gemietet und sich damit einen Traum erfüllt. Der Raum lässt jedes Sammlerherz höherschlagen und bietet Platz für die gesamte Pokémon-Familie im Glarnerland. Am Samstag feiert er in der neuen Lokalität in ­Ennenda Eröffnung.

Community wächst rasant
«Zwischen Zürich und Chur gibt es praktisch kein einziges Lokal wie meines», sagt Radim Fojtik. Er möchte mit der neuen Lokalität allen Fans der bunten Karten einen neuen Treffpunkt bieten, auch Kindern, um ihre freie Zeit analog mit anderen Gleichgesinnten zu teilen. Am Samstag, 6. Juni, eröffnet er seinen neuen, grösseren Laden in Ennenda, gleich neben der Metzgerei Kern. Das Lokal ist hell und gross, es bietet neben der Verkaufstheke mehrere Tische, wo Pokemon-Fans tauschen und spielen können. Dazu kommt eine kleine Bistro-Ecke mit Getränken. «Vielen Eltern geht es wie mir, sie teilen erst das Hobby mit ihren Kindern und werden dann selber zu grossen Pokémon-Fans.» Radim Fojtik will in seinem neuen Lokal auch Spiel-Turniere anbieten, für Pokémon aber auch für andere Sammel-Karten wie One Piece oder Dragonball.

Job an den Nagel gehängt
Der 47-jährige Radim Fojtik ist von Beruf Montageleiter. In seiner Heimat Tschechien war er semi-professioneller Fussballspieler. Er setzt jetzt ganz auf eine neue berufliche Karte, hat seinen Job zum Bedauern seines Chefs an den Nagel gehängt und ist nun Vollzeit-Geschäftsführer des neuen Shops. Unterstützt wird er von von den Mitinhabern Alex Cacciatore und Luca Piacentini. Alex ist 26 Jahre alt, seit seiner Kindheit Pokémon-Fan und ein ehemaliger Kunde von Radim Fojtik. Als einziger der drei Inhaber wird er künftig noch einen Job ausführen, der nicht mit Kartensammeln zu tun hat.

Mischung aus Jassen und Briefmarken
Pokémon erobert seit den 1990er-Jahren die Welt. Die Sammelkarten zeigen Fantasiewesen, die von japanischen Künstlern entworfen und gezeichnet wurden. Die Karten kann man entweder alleine oder als Set sammeln, oder man kann mit ihnen spielen, da sie jeweils auch Wert und Fähigkeit anzeigen. «Es gibt Leute, die spielen, andere sammeln, und eine immer grösser werdende Anzahl von Menschen investiert Geld in die Karten», erklärt Radim Fojtik. Die wertvollsten Karten werden für mehrere Millionen Franken gehandelt – und sie werden wie Kunstwerke mit der Zeit immer wertvoller. Pokémon zählt unterdessen zum umsatzstärksten Medien- und Entertainment-Franchise der Welt.

«Pokémon-Karten sind wie Jassen und Briefmarken zusammen, man kann mit ihnen spielen, und sie haben indi­viduelle, einzigartige Motive zum ­Anschauen drauf», erklärt Alex ­Cacciatore und lacht, sodass sein ­Pokémon-Tattoo mitschwingt. Pokémon macht auch einfach Freude.

Tina Wintle

Neueröffnung Card Spot, Neubauquartier 9, Ennenda. Ausser montags täglich geöffnet von 13.00 bis 20.00 Uhr. Sonntags geöffnet für Turniere. cardspot.ch

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