725 und 20 Jahre

Die Feuershow war eine von vielen Attraktionen am Mittelalterfest. (Foto: zvg)

Am Wochenende wurde rund um Kirche und Pfarrhaus Betschwanden mit einem rauschenden Mittelalterfest und zwei Theater-Gottesdiensten ein denkwürdiges Kirchenjubiläum gefeiert.

Bereits am Freitagabend, 29. Mai, verwandelt sich der Pfarrgarten von Betschwanden in einen mittelalterlichen Marktplatz: Stände und Zelte werden aufgebaut, für die Feuershow hinter dem Pfarrhaus ist ein durch Fackeln beleuchtetes Gehege vorbereitet. Gegen halb zehn Uhr dann, beim Eindunkeln, geht es los: Vier Feuerkünstler/-innen, darunter die Pfarrerin der Kirchgemeinde Grosstal, Manja ­Pietzcker, und ihr Ehemann Frank, spielen und tanzen mit züngelnden Flammen und Funken sprühenden Feuerkörben. Die Arena der stolzen Glarner Gipfel, die Kirche und das in rotes Licht getauchte Pfarrhaus zaubern ein magisches Ambiente. Die Pfarrfamilie und der Kirchenrat geben an diesem Wochenende alles für das grosse Fest – und werden von Wetterglück und einem grossen Publikumszustrom belohnt, allein am Samstag waren es 500 Besuchende. Der Mittelaltermarkt, teils mit lokalen Anbietern, teils über die Mittelalter-Szene im Internet gebucht, bietet Attraktionen für alle: Beim Ponyreiten, Bogenschiessen, der Specksteinbearbeitung und dem Keramik­bemalen ist vor allem die junge Generation aktiv, die Älteren lassen sich ­einen Honigwein schmecken, stöbern bei den Handwerksprodukten, Kräutern und Seifen oder geniessen die Festwirtschaft. Im Pfarrhaus kann man altehrwürdige Bibeln bestaunen und sich in der Kunst der Kalligrafie üben.

Bodenständige Feier
Pfarrerin Manja Pietzcker nimmt immer wieder die Rolle der Moderatorin und Spielmacherin ein. Mit Begrüssung, Gebet und Segen gestaltet sie in den zwei Theater-Gottesdiensten vom Samstag und Sonntag mit den Religions-Untikindern und der Compagnie Bruderboot einen schlichten, stimmigen Rahmen. Statt der Orgel spielt ein Dudelsack auf; statt einer Festzeremonie mit Reden von Amtsträgern erwartet die Gäste nach dem Gottesdienst die Aufforderung zu einem mittelalterlichen Kreistanz. In der Kirche haben die Untikinder, welche die Entstehungsgeschichte der Kirche Betschwanden um 1300 mit Humor und Elan nachspielten, einige Steinbrocken platziert. Sie erinnern an die Mühen und den Mut der Menschen damals, eine so grosse Kirche zu errichten, aber auch daran, dass es noch immer «lebendige Steine», also Christinnen und Christen braucht, um die Gemeinde Jesu in der Gegenwart und für die Zukunft zu bauen. Im Grosstal wird das mit vielen innovativen Projekten umgesetzt und eine lebendige Dorf- und Kirchbürger/-innen-Gemeinschaft gepflegt.

Swantje Kammerecker

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