Die fünf musikgewaltigen (Melo-)Diven sind im Glarnerland schon längstens bekannt – auch deshalb, weil eine von ihnen, Schoschana Kobelt, aus Mitlödi stammt. Jetzt sind sie zurück mit einem Sommerprogramm, witzigen Liedinterpretationen und Kostümen unter dem Motto «Viva la Melodiva!».
Auf dem Pressefoto tragen sie noch dezentes Übungsschwarz, aber schon den Sonnenschirm aus Spitze – ein Requisit, mit dem sie nicht nur bei Sonnenschein die vornehme Blässe bewahren, sondern auch ihren Liedvortrag unterstreichen. Auf den Malediven könnten die Melodiven mit den Schirmspitzen vielleicht einen Fisch aufspiessen. Aber wer will schon auf die Malediven, wenn Carmen Würsch, Gabriela Bürgler, Schoschana Kobelt, Susanne Oldani und Ursula Oelke nicht dort, sondern in Ennenda sind? Kunstvoller Gesang, sorgfältig arrangiert, unterstrichen mit Klavier und dem Cello – dafür stehen sie, sitzen sie, tanzen sie, witzeln sie. In barocken Liedern fragen sie nach dem Aussehen und den Männern, sie jazzen sich divenhaft durchs Songbook bis zum Samba, wo gekocht und verführt wird. Auch Volkslieder werden neu inszeniert und entkitscht, damit sie wieder berühren können. Für ihr Erscheinen im Lande von Fridolina haben die fünf Melodiven sich den Tag des Frauenstreiks ausgesucht, doch ihre Kampfgesänge bestechen eher durch freche Harmonien und virtuose Artikulation als durch politische Forderungen. Ob deutsch, englisch oder schwedisch, ob Johann Valentin Rathgeber oder die Beatles, ob Nasenbären oder Tagesausflügler – sie bekommen alle ihren Auftritt oder wenigstens einen tüchtigen Stüber. Ein Spass für das feine Gehör und den feinen Sinn.
Fridolin Jakober
Die Melodiven, Viva la Melodiva! Sonntag, 14. Juni, 19.00 Uhr, Saal des Gesellschaftshauses Ennenda. Kollekte vor Ort.


