Die Mediterranisierung macht auch im Glarnerland nicht Halt. Verschiedene temporäre Angebote locken für einen Umtrunk im Freien. Gemeinderätin Andrea Trummer, Glarus, sagt, dass es noch Raum hat für weitere Angebote. Sie lobt in diesem Zusammenhang auch das Engagement bestehender Restaurants, Lokale und Cafés.
Auf die Plätze, fertig, los! Sobald die Temperaturen steigen, zieht es die Schweizerinnen und Schweizer wieder nach draussen. Die positive Erfahrung der Bevölkerung mit Ferien im Süden hat dazu geführt, dass dieser Lebensstil – Essen im Freien, Verweilen in Cafés und Bars bis in die späten Nachtstunden – in den vergangenen drei Jahrzehnten in die Schweiz importiert wurde.
Man spricht von Mediterranisierung, wenn sich das sommerliche Leben zunehmend in den öffentlichen Raum verlagert, wenn überall «rausgestuhlt» wird. Im Zuge dieses Trends schossen in der Schweiz in den vergangenen Jahren temporäre, mobile Sommerbars – auch Pop-up-Bars oder Buvetten genannt - wie Pilze aus dem Boden.
Langes Anstehen für ein Bier
Dass dieses Konzept auch in der Gemeinde Glarus auf Anklang stösst, beweist unter anderem der Gastronom Gallus Hinder, ein Pionier, wenn es um mobile Bars im öffentlichen Raum in Glarus geht. Im Juni, Juli und August betreibt er wieder das Sommerbistro auf dem Rathausplatz im Herzen von Glarus – bereits zum dritten Mal. Seine Glühweinbar am selben Ort im Winter wurde gar bereits zum sechsten Mal durchgeführt – mit Erfolg.
Auch die Rollbar der Gastrowärchstatt GmbH erfreut sich grosser Beliebtheit. Der Andrang bei der mobilen Sommerbar im Volksgarten, die am 30. April wieder eröffnet hat, ist manchmal derart gross, dass man lange anstehen muss, um sein Bier zu bekommen. Da geht es im Café Gärtli des Vereins IGNA Glarus ein wenig ruhiger und gemächlicher zu und her, mit Kaffee, Kuchen und Natur pur: Das Pop-up neben der Gärtnerei Vrenelisgärtli an der Oberdorfstrasse startete anfangs Mai in seine zweite Saison – und ist unter Kennern bereits jetzt Kult.
Offenheit für weitere Angebote
«Solche Angebote tragen zur Belebung des öffentlichen Raums bei und sind sowohl für die Bevölkerung als auch für Arbeitnehmende und Gäste von Bedeutung», sagt Andrea Trummer, Departementsvorsteherin Gesellschaft und Gesundheit der Gemeinde Glarus. Das Departement stellt die Bewilligungen für temporäre Angebote aus. Diese Formate würden auf ein Bedürfnis stossen, das zeige ihre grosse Beliebtheit, so Trummer weiter: «Wenn es nach der Gemeinde geht, können in den kommenden Jahren durchaus weitere ähnliche Angebote dazu kommen, wir stehen neuen Anfragen für temporäre Sommerbars offen gegenüber.» Die Gemeinderätin verweist darauf, dass es verschiedene öffentliche Räume gibt, die sich je nach Konzept für entsprechende Angebote eignen könnten.
Sie gibt jedoch zu bedenken, dass neue Projekte auf das bestehende gastronomische Angebot abgestimmt sein müssen, damit sie einen ergänzenden Mehrwert für die Gemeinde und die Bevölkerung schaffen. Denn nebst diesen temporären Bars, Bistros und Cafés leisten vor allem auch bestehende Restaurants und Lokale mit ihren lauschigen Gartenwirtschaften einen wichtigen Beitrag zum vielfältigen Sommerprogramm. «Das bestehende Angebot weist bereits eine hohe Qualität auf und wird von den aktuellen Anbietenden mit viel Einsatz und Sorgfalt umgesetzt», so Trummer. Insgesamt zähle sie mehr als 20 Betriebe in Glarus, Netstal, Ennenda und Riedern, die in den warmen Monaten eine Aussengastronomie auf öffentlichem Grund betreiben, zum Beispiel auf dem Trottoir oder auf Vorplätzen. Dazu kommen viele weitere Betriebe mit eigenen Terrassen.
Unterstützung mit Erfahrung und Expertise
Entsprechend werden alle eingereichten Gesuche hinsichtlich Standortverträglichkeit, Anwohnersituation und Betriebskonzept genau geprüft. Die Gemeinde arbeitet dabei oftmals mit Glarus Service und VISIT Glarnerland zusammen. Bei grünem Licht stellt sie die entsprechende Bewilligung aus, wie es etwa bei der Rollbar im Volksgarten nun bis 2029 der Fall ist. Möglich sind laut Trummer auch Angebote auf kantonalem oder privatem Grund. Dabei braucht es allerdings jeweils das Einverständnis des Grundeigentümers.
Gesuche für den Betrieb einer Sommerbar können mit einem entsprechenden Konzept bei der Gemeinde Glarus, Bereich Generationen und Kultur, eingereicht werden. Glarus Service wie auch VISIT Glarnerland können hier mit ihrer Erfahrung und Expertise unterstützend wirken.
Rahel Empl


