NEBENBEI

Kolumnen haben im FRIDOLIN eine sehr lange Tradition. In der ersten Ausgabe von 1965 hiess die Rubrik «Dies+Das». Sie begann mit den Worten: «Liebe Freunde! Da bin ich nun, ihr FRIDOLIN!». Signiert mit «Die Redaktion».

Rückenschuss von der Konkurrenz
Einige Ausgaben später berichtet die junge Wochenzeitung in der Kolumne von ersten Problemen: Die Redaktion schreibt über Neider, die offenbar alles daran setzten, dem Blatt den Garaus zu machen. Es seien zwei Schüsse losgegangen, heisst es in der Kolumne: «Der erste war der Startschuss für den FRIDOLIN, der zweite der Rückenschuss mit dem «Linth-Kurier» – einem Konkurrenzblatt, das die damaligen Glarner Nachrichten lancierten, um dem FRIDOLIN das Wasser abzugraben. Damals war der FRIDOLIN nur drei Seiten lang und hatte offenbar trotzdem das Zeug, für Furore zu sorgen.

Fünfseitige Kolumne
Einige Jahre später tritt das «Ziger-Stöggli» von Autor Ziger-Frigg in ­Aktion. Ziger-Frigg schreibt und schreibt, seitenlang – Der FRIDOLIN ist nun auf bis zu zehn Seiten angewachsen. Ziger-Frigg berichtet von seinem Leben und seinen Kindern, schlängelt sich mit erstaunlich direkten Texten durch die Inserateseiten, die 1969 Butterzöpfe für Fr. 2.50 und «rassige Autos» (der NSU 1200 C bei Tondo in Schwanden) für knapp 6000 Franken anbieten. Elvis Presley lebt und sein neuster Film wird im Kino Schwanden gezeigt. 

Ziger-Friggs Kinder werden älter, er schreibt weniger, und die Kolumne – Achtung, ich gumpe zeitlich – heisst wieder «Dies+Das», bevor sie dann zu Beginn des Jahres 2011 zum ersten Mal «Leit-Satz» heisst. Fridolin ­Jakober schreibt darin kurz und bündig: «Dies ist der erste einer – hoffentlich langen – Reihe von Leit-Sätzen des FRIDOLIN-Redaktionsleiters. Sie sollen anregen, bewegen, Mut machen, zur Kritik herausfordern.» Dann widmet er sich Gedanken zum neuen Jahr.

Leit-Satz war gestern
In diesem Sinne bleibe ich kurz und bündig: Leit-Satz war gestern. Heute öffnen wir «Nebenbei» – und damit den Kreis der Schreibenden. Künftig teilen nicht nur die Redaktion, sondern auch weitere Stimmen aus dem Glarnerland ihre Gedanken mit Ihnen. «Nebenbei» wird zum Ort, an dem das Glarnerland zu Wort kommt – vielfältig, authentisch, lebendig. Denn es braucht verschiedene Blickwinkel, um die ganze Geschichte zu erzählen.

Tina Wintle

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