20 Jahre grüne Begeisterung

Rita und Ernst Bolliger wohnen seit 20 Jahren an der Insel Glarus. In dieser Zeit haben sie 
einen Waldgarten nach Permakultur-Prinzipien angelegt. (Foto: Søren Ehlers)

Am Samstag, 9. Mai, ist es wieder so weit: Der Setzlingsmarkt der Bioterra Regionalgruppe Glarnerland präsentiert 
seine Stände. Was vor 20 Jahren als kleines Projekt begann, ist heute ein fester Bestandteil des Glarner Frühlings­-
kalenders.

Der Markt 2006 entstand mit einem klaren Fokus: biologische Tomaten- und Peperoni-Sorten anbieten, die man im Supermarkt vergeblich suchte. Wer bei den Grossverteilern einkaufte, bekam nur einen ganz kleinen Teil der existierenden Tomaten-Sorten zu Gesicht. 

Vor 15 Jahren übernahmen Rita und Ernst Bolliger aus Glarus die Organisation des Marktes. Seither läuft der Markt als eingespieltes Familienunternehmen – rund 15 Helferinnen und Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Und der Wunsch nach biologischen, sortenreichen Setzlingen wächst stetig. Zum Vergleich: Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln in der Schweiz hat sich in 20 Jahren auf knapp 13 Prozent verdoppelt.

Vielfalt als Trumpf
Das Setzlingssortiment ist über die Jahre gewachsen: Gemüse, Salate, Kräuter, Blumen. Der Lieferant, der thurgauische Biogärtner Neubauer, – selbst ein Bio-Pionier - der von Anfang an dabei ist, bringt mittlerweile einen vollen Lastwagen mit Anhänger. «Wir konnten eine immer grösser werdende Kundschaft begeistern», sagt Ernst Bolliger nicht ohne Stolz. Im Glarnerland gibt es immer mehr Leute, die ebenfalls biologische Setzlinge heranziehen. Den Bolligers fällt zudem auf, dass sich immer mehr junge Menschen fürs Gärtnern begeistern. «Deshalb möchten wir in Zukunft auch mehr Produzentinnen und Produzenten aus dem Glarnerland dabeihaben.» 

Weltreise mit Folgen
Hinter dem Engagement von Rita und Ernst Bolliger steckt eine spannende Geschichte. Zwei Jahre lang machten sie mit den Velos eine Weltreise. In Kanada arbeiteten die beiden erstmals auf einer Farm. In Neuseeland fanden sie auf einer Biofarm Arbeit – Rüben und Zwiebeln jäten, über Hunderte von Metern, keine Maschinen, kein Kunstdünger. Die Bolligers lernten, wie ein Boden funktioniert, wie Pflanzen gedeihen und was es bedeutet, Nahrung wirklich selbst herzustellen. Diese Erfahrung liessen sie nicht mehr los. Zurück im Glarnerland setzten sie um, was sie in der Ferne gelernt hatten. In ihrem Zuhause auf der Insel in Glarus bewirtschaften sie einen Waldgarten nach Permakultur-Prinzipien und gewinnen eigene Samen von Rüebli, Pastinaken und Tomaten. «Wir haben viele Beeren und Früchte und bekommen damit ein besonderes Geschmackserlebnis. Nebenbei sparen wir auch Geld», freut sich Rita Bolliger.

Zum 20-Jahr-Jubiläum des Setzlingsmarktes erhalten die ersten 100 Besucherinnen und Besucher ein kleines Geschenk. «Es lohnt sich, rechtzeitig zu kommen.»

Søren Ehlers

Bio-Setzlingsmarkt der Bioterra Regionalgruppe Glarnerland, Rathausplatz Glarus, Samstag, 9. Mai, 08.00 bis 12.00 Uhr.

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