Die Landsgemeinde von oben – ohne Drohne

Luftbild der Landsgemeinde 2008: Damals noch ohne Drohne, aber mit Kamera und Gleitschirm-Tandemflug. (Foto: Albert Schmidt)

Seit den 1980-er Jahren hat der Glarner Fotograf, Zeichner und Autor Albert Schmidt für den FRIDOLIN-Bildkalender Fotografieren geliefert. Bei gleichem Anlass, jedes Jahr einen neuen fotografischen Aspekt zu finden, gestaltete sich nicht immer einfach: Neue Ideen waren gefragt.

Da tauchte unvermittelt die fotografisch innovative Idee auf: Ein Flugbild, das wäre doch die Lösung (die heute übliche Drohnenfotografie gab es zu der Zeit ja noch nicht.) Die Sicht aus der Luft auf die Landschaften und Dörfer des Glarnerlandes war mir aber als Gleitschirmflieger seit 1992 tief vertraut. Ich besorgte mir von Walter Beer, dem Nachfolger im Fotohaus Schönwetter, meine erste digitale Spiegelreflex. Doch mit der recht schweren Kamera den Flügel zu steuern und gleichzeitig die Bildausschnitte und damit die Komposition des Bildes auszuwählen, das schien mir zu riskant. Hanspeter Beglinger von den Engi-Flyers war sogleich bereit für einen Tandemflug. Zu Beginn der Lands­gemeinde starteten wir oberhalb der Ennetberge, zum Glück bei «Landsgemeinde-Prachtswetter».

Über die Landsgemeinde fliegen
Nun gab es aber für das Flugfoto-Projekt klare Anweisungen zu befolgen: Die Kantonspolizei hatte mir strikt  verboten, direkt über den Ring zu fliegen! Wenn schon keine Bombe, so hätte mir ja die Kamera herunterfallen können. Nach einer Bildserie im Näherkommen auf die Stadt mit dem Ring in der Mitte flogen wir in einem Bogen von der Stadtkirche her in seitlich genügendem Abstand an der Landsgemeinde vorbei. Das war von der Bildkomposition her sowieso idealer als ein direkter Überflug. Das zweitletzte Bild vor der Landung beim Schützenhaus wurde dann im FRIDOLIN-Bildkalender 2010 präsentiert. Dass das Vorhaben glücklich gelang, war für mich Freude und Befriedigung zugleich.

Albert Schmidt

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