Bei der ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes der Glarner Waldeigentümer gab der langjährige Präsident seinen Rücktritt auf die kommende HV bekannt. Informationen von kantonaler und nationaler Ebene sowie Fakten zum Muni Max und Lignum Schweiz rundeten die Zusammenkunft ab.
«Ein stabiler Wald ist weiterhin unsere beste Versicherung», äussert sich der Präsident von Wald Glarnerland, Mathias Vögeli, in seinem Jahresrückblick unter anderem zum Unglück in Blatten, Wallis. Vor Überregulierungen und Verwaltungswahnsinn sei auch die Waldwirtschaft nicht gefeit. Auch der weiterhin zunehmende klimatische Druck auf den Wald bereitet Sorgen. Erfreulich dagegen; die positive Entwicklung bei den Holzpreisen.
Verlust durch Aktienverkauf
Sämtliche der fünfzig Stimmen der Glarner Waldeigentümer waren vertreten, was Vögeli sehr erfreute. Nach der Genehmigung des Vorjahresprotokolls präsentierte Geschäftsführer Adrian Kamm die Jahresrechnungen Verbandsrechnung, FSC (Forest Stewardship Council) und Schweizer Holzförderung.
In der Jahresrechnung war auszumachen, dass 167 Anteilscheine der Fagus Suisse SA, einem Schweizer Laubholzwerk, aufgrund der Übernahme durch die Corbat Gruppe zum verminderten Wert verkauft wurden. «Das Werk hatte gute Projekte, aber zu wenig Aufträge. Die wesentlich grössere Organisation Corbat Gruppe führt das Unternehmen weiter unter der Voraussetzung eines gewissen Kapitalschnitts», so Vögeli zum Entscheid des Vorstands die Anteilscheine wertvermindert zu verkaufen.
Rücktritt geplant
Nach der Anpassung der FSC-Beiträge und der Genehmigung der Mitgliederbeiträge kommt Vögeli zum Schluss der Traktandenliste. «An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass ich auf die nächste Hauptversammlung als Präsident zurücktreten werde und wir auf der Suche nach einem Nachfolger sind», animiert er die Anwesenden mit dem Hinweis auf Nachfolger mit politischem Gespür.
Wertvolle Verbandsarbeit
Gemeinderat Glarus Süd Markus Marti bedankte sich beim Vorstand und betonte die Wichtigkeit und Herausforderungen der Verbandsarbeit. Auch Andreas Sudler von Wald Schweiz überbrachte seinen Dank, bevor der Kantonsoberförster Maurus Frei unter anderem über die Bewirtschaftung von 675 Hektaren Wald im Kanton Glarus informierte. Und weiter: «Seit 2018 sind wir erstmals wieder unter 10 000 Kubikmeter Zwangsnutzung», freut sich Frei über das tiefe Niveau der Borkenkäferschäden.
Hype Max
Über 1400 redaktionelle Medienbeiträge generierte die Holzvision Max vom ESAF 2025. Messbar wurden somit 31 Mio. Menschen mit dem Projekt erreicht. «250 Unternehmen und Körperschaften, 900 Berufstätige und 500 Lernende waren beteiligt», zeigt der Geschäftsführer von Holz Glarnerland und Mitwirkender im Kernteam der Holzvision Max, Thomas Tschudi, auf. Die Vollkostenrechnung der 3,6 Mio. Franken wurde erfolgreich abgeschlossen, weil unter anderem die Branchenleistungen erhöht wurde, der Muni verkauft werden konnte und von ESAF-Gewinn etwas an die Holzvision ging.
Nach dem grossen Erfolg, den Max durch die neunfache Besucherzahl vor dem Fest feierte, wurde nun mit dem Gewinn von 160 000 Franken ein «Förderkässeli Muni Max» für innovative Projekte erstellt. «Die Vision soll weiterleben», so Tschudi, der die entstandenen Kooperationen und Freundschaften sowie weiterführende Projekte betont.
Bauen mit eigenem Holz
Hansueli Schmid stellte die Geschichte der Lignum (lat. Holz), Holzwirtschaft Schweiz, vor. Die 1931 gegründete schweizerische Arbeitsgemeinschaft sensibilisiert und motiviert für die Anwendung von Holz bei Bauprojekten. «Es ist nicht korrekt, dass bei öffentlichen Beschaffungen die Festlegung des Materials nicht zulässig ist», so Schmid, der betont, dass beispielsweise eine Gemeinde frei entscheiden kann, ein öffentliches Gebäude mit Holz zu bauen. Bauen mit Holz sei Willenssache, Bauen mit nachhaltigem Holz Verantwortung und Bauen mit eigenem Schweizer Holz Engagement, fasst er zusammen.
Zum Schluss bedankt sich Vögeli bei allen für ihren Einsatz im und für den Wald.
Barbara Bäuerle-Rhyner


