Nach weiteren Verhandlungen zwischen der Gemeinde Amden und Pächterin Andrea Gilardoni wurde der Mietvertag um zwei Jahre verlängert.
Nach der im Sommer kommunizierten vorsorglichen Kündigung des Mietvertrags und den laufenden Gesprächen über die Zukunft des Lago Mio rückt nun stärker in den Fokus, wie sich der Standort konkret entwickeln soll. Die Gemeinde Amden hat gegenüber den Medien mehrfach dargelegt, welche Stossrichtung sie verfolgt – und welche Massnahmen bereits beschlossen oder umgesetzt sind. Im Zentrum steht dabei nicht das Restaurant, sondern die Nutzung des Areals als öffentlicher Wassersportstandort.
Wassersport
Kern der Strategie ist eine Rückbesinnung auf den ursprünglich angedachten Zweck des Lago Mio: ein öffentlich zugängliches Zentrum für Wassersportaktivitäten am Walensee. Die Angebote sollen bewusst einem möglichst breiten Personenkreis offenstehen, von Einheimischen über Tagesgäste bis zu Feriengästen. Konkret betrifft die bisher einzige Massnahme die Umnutzung des Raums der ehemaligen Surfschule im Erdgeschoss des Gebäudes. Der rund 28 Quadratmeter grosse Raum wird künftig in den Sommermonaten für die Vermietung von Wassersportgeräten wie Stand-up-Paddle-Boards, Kajaks oder Kanus genutzt. Ergänzt wird das Angebot durch Kurse und geführte Exkursionen auf dem See, die sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen offen stehen sollen.
Sauna
Zwischen Mitte Oktober und Mitte April erhält der Raum eine neue Funktion. Dann wird dort eine öffentlich zugängliche Sauna betrieben. Die Vermietung von Wassersportgeräten wird in dieser Zeit stark reduziert. Mieterin des Raums und Trägerin des Gesamtkonzepts ist die Amden Weesen Ferien und Freizeit GmbH; der Saunabetrieb selbst erfolgt im Rahmen eines Untermietverhältnisses durch einen privaten Betreiber.
Restaurant
Bemerkenswert ist, was nicht Teil der aktuellen Pläne ist: Am Restaurantbetrieb des Lago Mio sind derzeit keine Veränderungen vorgesehen. Weder Konzept noch Angebot stehen im Zusammenhang mit den kommunizierten Entwicklungsschritten. Damit bestätigt sich, dass die Diskussion um die Zukunft des Standorts differenziert geführt werden muss: Während die Gemeinde im Bereich Wassersport und saisonaler Zusatznutzungen aktiv gestaltet, bleibt das Seebeizli als solches vorerst unangetastet. Für die Region Amden-Weesen zeigt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Einerseits soll der Seezugang durch zusätzliche, öffentliche Freizeitangebote gestärkt und ganzjähriger nutzbar gemacht werden. Andererseits bleibt offen, wie sich diese punktuellen Anpassungen langfristig in ein Gesamtkonzept einfügen, insbesondere im Zusammenspiel mit dem bestehenden Gastronomiebetrieb und einer Vertragsverlängerung des Beizli für zwei weitere Jahre. Klar ist: Das Lago Mio bleibt ein Ort mit hoher Bedeutung für Einheimische wie Gäste.
Juliane Bilges


