Aktuelle Informationen

Gegen vierzig Bauern und Bäuerinnen informierten sich in Elm. (Foto: Barbara Bäuerle-Rhyner)

Die landwirtschaftlichen Regionalberatenden vom Plantahof informierten mit dem Amt für Landwirtschaft die Glarner Bäuerinnen und Bauern u. a. über die Bedeutung des Futterbaus, das Bauen ausserhalb der Bauzone, die soziale Absicherung sowie die Agrarpolitik 2030.

In Bilten, Netstal und Elm fanden gut besuchte Informationsveranstaltungen statt.

NiKA und RPG II
Gion Michel, seit sechs Jahren Berater im Kanton Glarus, sagte, man stelle von Agricola auf das neue interkantonale Agrardatensystem (NiKA) um, da es immer mehr Direktzahlungsprogramme gebe, was die Informatik überlade. Ab 2026 werde über «Lawis plus» eingeloggt. Es empfiehlt sich daher, jetzt alle nötigen Daten, etwa Abrechnungen, lokal abzuspeichern. Dann sind diese vorhanden, wenn das System neu aufgebaut wird.

Die Revision des Raumplanungsgesetzes schränkt das «Bauen ausserhalb der Bauzone» weiter ein und regelt die Abbruchprämie, Richtpläne, illegales Bauen und den Vorrang der Landwirtschaft. Anschliessend zeigte Michel die Bedeutung der Wirtschaftlichkeit im Futterbau auf, da im Kanton auf 97 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen Futter angebaut wird (Schweiz: 70 %). Eine gesunde Lenkung des Bestandes ist wirtschaftlich notwendig, denn je nach Futterbaubestand ändert sich das Einkommen pro Hektare, was Ertragsrechnungen anhand unterschiedlicher Wiesentypen zeigen.

Agrarpolitik 2030
Anita Rudolf, betriebswirtschaftliche Beraterin und in der Region für Hofübergaben zuständig, erläutert die ab 1. Januar 2027 gültige obligatorische soziale Absicherung der Partner/-innen. Die Betriebe sollen deshalb anhand einer Checkliste die Absicherung prüfen, um Lücken oder Überversicherungen zu vermeiden und den Versicherungsschutz nachweisen zu können.

Die geplante Teilrevision des bäuerlichen Bodenrechts soll die Selbstbewirtschaftung stärken. Deshalb wird darin die Belastungsgrenze angehoben. Weiter wird ein Vorkaufsrecht eingeführt, um die Ehepartner zu stärken, und bei der Hofübergabe werden die Investitionen aus 20 Jahren berücksichtigt. Die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen sollen gestärkt werden, was auch Sozialversicherungen und das Einkommen bei erhöhter Arbeitsproduktivität umfasst. Der Selbstversorgungsgrad soll gleich bleiben oder erhöht, der ökologische Fussabdruck verringert werden. Ein weiteres erklärtes Ziel: weniger Formulare, mehr Praxis. 

Barbara Bäuerle-Rhyner

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