Käse geht in vier Frauenhände

Die neuen Co-Präsidentinnen der Glarona – Rebekka Zimmermann und Gabi Elmer – mit dem scheidenden Präsidenten Willi Pianta. (Foto: FJ)

Zuerst bekamen die Genossenschafter/-innen am 24. November im Eventkeller Molkerei Gössi Glarner ­Raclette, dann nahmen sie Berichte, Rechnung und Budget ab, änderten Statuten und wählten ein weibliches Co-Präsidium.

Wenn auch nicht alles Käse ist, so hat doch vieles mit Käse zu tun. Ob das nun die neu installierte Solaranlage ist oder die Kühlanlage im Käsekeller, ob der Bauernverband jetzt ein kleineres Büro mietet oder ob beim Sparpaket der Regierung Qualitätsbeiträge gestrichen werden. Und natürlich gelten die Gesetze des Marktes auch beim Käse. Da die Kosten bei Glarona ziemlich fix sind, kann dann Gewinn budgetiert werden, wenn mehr Käse umgesetzt wird. In den vergangenen beiden Jahren wurde weniger Milch verkäst, deshalb resultiert in der Rechnung ein Rückschlag von 19 000 Franken. Da man 2025 fast 90 Tonnen Milch verkäste und wegen des guten Alpsommers mehr Käse angeliefert wurde, rechnet das Budget für 2026 mit etwa 40 000 Franken Gewinn. Die Stimmung am Markt ist – dank des Jahrhundertereignisses ESAF – für Glarner Alpkäse gut. Das Team von Hans ­(Stadelmann), Melgg (Horner) und Martin (Pianta) sorgt nicht nur für den Käse, man besucht auch Käsefestivals. 2026 lockt der Swiss Cheese Award in Fribourg und so geht der Appell an die Glarner Genossenschafter, mit ihren Käsen vermehrt an Wettbewerben teilzunehmen, um bekannt zu bleiben.

Lobrede auf Willi
All das – und noch viel mehr – lenkte jetzt 14 Jahre lang Präsident Willi ­Pianta. Die schwierigste Aufgabe für ihn sei gewesen, eine Nachfolge zu finden. Fündig wurde Pianta bei zwei Frauen, welche die Genossenschaft als Co-Präsidentinnen in die Zukunft führen. Dazu mussten die Statuten angepasst werden – wo einst «Präsident» stand, steht jetzt «Präsidium». Die Versammlung wählte sowohl Rebekka Zimmermann wie Gabi Elmer einstimmig (Zimmermann wird den Stichentscheid haben), zudem komplettiert Melgg Mächler den Vorstand. Marco Huser lobte Willi Pianta für die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit, für sein grosses Wissen, von dem die Genossenschaft profitiert, vor allem aber für die Aufbauarbeit – den Erwerb der Ygruben sowie deren Umbau, in diesen Jahren sei viel geschehen – insbesondere aber dafür, dass das Unternehmen heute gesund dasteht. So darf Willi sich jetzt auf Gutschein mit einem weinenden und einem lachenden Auge eine schöne Zeit im Wallis machen.

FJ

Back To Top