3 Engel für den Chlaus

Von Chläusen und Engeln: Roger Rhyner, Gabriela Marty und Leopold Ramhapp (von links) vor dem Weihnachtsmarkt Glarus. (Fotomontage: zvg)

Am Wochenende ist bereits der 1. Advent – und gefühlt war der Glarner Vorweihnachtskalender noch nie so voll wie in diesem Jahr. Chlausumzüge, Weihnachtsmärkte, Adventskonzerte, Adventsfenster, Theater und Varieté, ja sogar Samichlaus-Skitage erfreuen die Herzen. Warum es sich lohnt, abends vor die Tür zu gehen.

Es mag ein kalendarischer Zufall sein, dass der Nikolaustag heuer auf einen Samstag fällt – jedenfalls ist es eine Gelegenheit, die von der kleinsten Hauptstadt zum Ausbau ihres inzwischen sehr beliebten Weihnachtsmarktes ergriffen wurde. 80 Markt- und Foodstände stehen vom 5. bis 7. Dezember im und um den Volksgarten und neu auch im Güterschuppen. Rund um den geschmückten Springbrunnen schaffen neue Markthäuschen Atmosphäre. Damit die unter dem Patronat der Landeskirchen organisierten Events – von D wie Drehorgel bis R wie Rägäbogäbänd – am Schermen stattfinden können, wird ein Zirkuszelt aufgebaut und für einmal ziehen viele Akteure am selben Strang. Glarus Service, VISIT Glarnerland, die Gemeinde und die Technischen Betriebe Glarus sowie weitere lokale und regionale Player sorgen mit einem riesigen Arbeitsaufwand dafür, dass dieser Markt über die Grenzen des Glarnerlandes ausstrahlt.

Der Samichlaus kommt früh
Das traditionelle «Betteln» und der Umzug mit den Fackeln läuten den Glarner Weihnachtsmarkt am Freitag, 5. Dezember ein, doch in fast allen Dörfern kommt der Samichlaus noch früher. Einzig in Oberurnen ist der Umzug tatsächlich am Samstag, dem 6. Dezember. Bereits am 29. November, dem Samstag vor dem 1. Advent, sind die Um- und Einzüge in Mollis, Niederurnen, Netstal und Ennenda. Zudem ist in Engi und Schwändi Weihnachtsmarkt. Am 1. Advent ist Markt- und Chlausgeschehen in Näfels und Schwanden. Am 1. Dezember ist der Chlaus in Bilten und Linthal, am 2. in Riedern und Elm und in ganz Glarus Süd ist Chlausschellnen.

Die «Gäng» der Engel
Am Donnerstag, 11. Dezember, landet die Stubetä Gäng mit ihrer Samichlaus-Tour in der lintharena, und weil – nach soviel Aktivität – auch Chläusinnen und Chläuse etwas Quality-Time brauchen, können sie am Samstag, 13. Dezember, in Elm gratis auf die Piste (vorausgesetzt sie tragen ihr Kostüm). Wer nach dem Markt- und Chlausgeschehen allerdings noch keinen Feierabend hat, das sind die drei «Engel» von Glarus Service, nämlich Leopold Ramhapp, Roger Rhyner und Gabriela Marty. Für die Adventssamstage 3 und 4 – also den 13. und den 20. Dezember – haben sie sich in Anlehnung ans Hütchenspiel ein Glöggelispiel ausgedacht, bei dem man auch etwas gewinnen kann. Denn eines der drei Glöckchen klingt tatsächlich. Unter dem Motto «Gu poschtnä mit em Chrischtchindli» ziehen sie jeweils von 9 bis 16 Uhr durch die Strassen von Ennenda, Glarus, Riedern und Netstal und verteilen Gutscheine und Süsses an die Gewinner/-innen ihres Spiels.

Starke Region
Die Idee dahinter: Mit dieser Aktion das Einkaufen in der Region propagieren und damit den Umsatz der lokalen Detaillisten und Gastrobetriebe ankurbeln. Während früher vor allem die grossen Städte – etwa Zürich – mit Weihnachtsmärkten warben und damit die Leute vom Land ins städtische Lichtermeer lockten, sind es heute die Städtchen und die Dörfer, die in der Adventszeit ihre Zusammengehörigkeit aufleben lassen. Selbst im beschaulichen Braunwald werden Adventsfenster gestaltet – und gerade diese Tradition schafft Zusammenhalt. Während man sonst selbst im eigenen Dorf mit dem Auto unterwegs ist, kann man jeden Tag – respektive an jedem Abend – ein neues Fenster entdecken und damit auch unbekannte Traditionen. Manche dekorieren sparsam, die meisten lassen ihrer inneren Dekoqueen freien Lauf. Das Resultat: Ein Heer von Wichteln, Elfen und Weihnachtsmännern bevölkert sogar sonst menschenleere Gassen, man trifft sich beim Glühwein, beim Wintergrill, bei Punsch und «Chrämli» oder zum gemeinsamen Kerzenziehen.

Das Herz öffnen
Seit Charles Dickens damals den Egoisten Ebenezer Scrooge schuf, der von den drei Geistern der Weihnacht heimgesucht wird, und seit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha die Tradition des Weihnachtsbaums im British Empire verbreitete, kommen Jahr für Jahr neue Weihnachtsideen auf und selbst wer an Lametta-Allergie leidet, kommt in diesen dunklen Tagen nicht umhin, sein kindliches Herz zu entdecken und mit glänzenden Augen in die Kerzen-und-Kugel-Welt zu schauen. Adventshighlights auf glarnerland.ch. 

FJ

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