Sie wird ab dem 1. Januar 2026 den Vorsitz im Geschäftsleitungsteam von VISIT Glarnerland übernehmen: Janina Schiesser. Der FRIDOLIN traf sich mit ihr in der Touristinfo in Schwanden und wollte wissen, wie die Strategie für die Zukunft aussieht.
Ob für eine Topdestination oder für einen Kanton, der kleinere nachhaltige Angebote vereint: Tourismus ist Aufbauarbeit. Die Grundlage dafür leistete VISIT Glarnerland unter Geschäftsleiter Fridolin Hösli in den vergangenen sieben Jahren, «indem die verschiedenen Organisationen zu einer Dachorganisation zusammengeführt wurden», so Janina Schiesser, die seit zweieinhalb Jahren mit im Team ist. Die Aufgabe der Geschäftsleitung wird neu auf drei Schultern verteilt. Barbara Wohlwend ist für Finanzen und Personalführung zuständig, Sandra Green, Projektleiterin Glarnerlandpass, kümmert sich um die Destinationsentwicklung. Janina Schiesser, für Marketing und Kommunikation zuständig, kümmert sich zudem um Gästeinformation und Sales. «Das sind die drei Pfeiler. Jede von uns kann dort, wo sie zu Hause ist, auch Verantwortung übernehmen.»
Uni, Hotellerie, Marketing
Nach der Matura an der Kanti Glarus begann Schiesser ein Studium. Ihren Weg in die Gastronomie startete sie auf der Leglerhütte – mit Sara und Romano Frei-Elmer – und später im Berghotel Mettmen. Von 2016 bis 2019 bildete sie sich zur eidg. dipl. Hotelière/Restauratrice HF aus, machte Praktika, etwa auf dem Stoos und in Basel. «Ich bildete mich in Marketing und Kommunikation weiter, wo ich auf die Marketingaufgabe bei VISIT aufmerksam wurde. Tourismus ist ein Bereich, den ich gut kenne, und mir liegt das Glarnerland am Herzen.»
Pfeiler für die Zukunft
Mit der App Glarnerlandpass sind die Erlebnisse jetzt digital abbildbar. «Am ESAF durften wir eine grosse Präsenz geniessen, es kennen uns mehr Leute», so Janina Schiesser. «Das ist die Basis.» Strategische Wegpunkte des Teams sind die digitale Weiterentwicklung, die enge Zusammenarbeit mit den Leistungsträgern im Glarnerland und das Regionalprodukteprojekt. «Wir wollen das Potenzial der App nutzen, um bestehende Angebote zu stärken, bekannter zu machen und zu entwickeln. Das gilt auch für die Produkte der Leistungsträger, die unsere Plattformen zur Weitergabe ihrer Informationen nutzen können. Seit alles in einer Organisation ist, wurde es für die Leistungsträger diesbezüglich sicher einfacher.» Dazu dienen die Website, die App wie auch die Touristinfo – als physischer Touchpoint, wo Events bekannt gemacht werden können und man Steckfächer für Prospekte mieten kann.
Digital unterwegs
Die Website glarnerland.ch ist gut besucht. Die Anbieter werden regelmässig zu aktuellen Öffnungszeiten oder Änderungen abgefragt. «Da muss die Datenqualität gut sein, dafür investieren wir sehr viel.» Auch die Veranstaltungen der Glarner Agenda sind hier abgebildet. «Zwar müssen die Anwender die App runterladen, aber das Feedback zum Glarnerlandpass ist positiv, er bietet einen Mehrwert, funktioniert einwandfrei und wird gerne genutzt. Das sehen wir, wo Gäste touristische Vorteile – etwa Fahrten mit der Standseilbahn Braunwald – einlösen.» Während andere Tourismusorganisationen mit mehreren Anbietern zusammenarbeiten müssen, kann VISIT Glarnerland alles auf einer App abbilden – das ist ein weiterer Vorteil.
ESAF sei Dank
«Digitalisierung macht es einfacher, man kann Erlebnisse mit ein paar Klicks in einer andern Region verbreiten. Dank des ESAF sind wir in der Schweiz bekannter geworden. Dafür braucht es sonst ein intensives Grundrauschen (sprich: teure Imagewerbung), damit man auf den Radar kommt. Von ESAF und App wollen wir jetzt profitieren und damit Wertschöpfung generieren. Für die Hotellerie, aber auch für Gruppenunterkünfte und private Anbieter mit Ferienwohnungen oder Stellplätzen. Für sie ist der Markt, der hinter Zürich kommt, interessant. Um in den Köpfen zu bleiben, öffnen wir die Zielgruppe und machen mit Schweiz Tourismus Kampagnen, bei denen wir auch mit unseren Budgets etwas erreichen.» Obwohl Marketing viele Bereiche umfasst, will es letztlich das Glarnerland gegen aussen präsentieren und verkaufen. Das ist heute einfacher geworden. Dank der Wanderkarte und dem grossen Auftritt am ESAF im Mollis. «Gerade private Gastgeber sind ein Teil des Erfolgs, sie boten den ESAF-Gästen ein authentisches Glarnerland-Erlebnis, das gut ankam bei den Leuten.»
FJ und Sharlotta Bilger


