Drei Szenarien

Der Verwaltungsrat in neuer Zusammensetzung: Markus Küng, Richard Bolt (Präsident), Thomas Stanislaus Kostkiewicz (von links). (Foto: Christoph Boog)

Grosses Interesse, geringer News-Gehalt: So lässt sich die Generalversammlung der Sportbahnen Braunwald AG vom 30. Oktober zusammenfassen. Im Verwaltungsrat ersetzt Thomas Stanislaus Kostkiewicz den zurückgetretenen Toni Gisler.

Über mangelndes Interesse an ihrem Geschäftsgang, vor allem aber an ihren Zukunftsaussichten, können sich die Sportbahnen Braunwald AG nicht beklagen. Die «Chämistube» auf dem Grotzenbüel war rappelvoll, sogar das Schweizer Fernsehen war vor Ort. Der Eindruck täuschte nicht. Verwaltungsratspräsident Richard Bolt konnte eingangs feststellen: «Es sind 76 Prozent des Aktienkapitals vertreten – das ist Rekord seit Langem!» Regierungsrätin Marianne Lienhard sprach in ihrer Grussbotschaft von einer wegweisenden GV, die heute bevorstehe: «Die bestehenden finanziellen Herausforderungen erfordern Anpassungen.»

Wer sich erhofft hatte, bezüglich solcher Anpassungen Konkreteres zu erfahren, sah sich im Verlauf der Versammlung eher enttäuscht. Einzige Überraschung war der offenbar kürzlich erfolgte Rücktritt von Verwaltungsrat Toni Gisler. Über die Gründe hielt man sich auch auf Nachfrage hin bedeckt.

Neues Gesicht im Verwaltungsrat
Als Ersatz konnte Thomas ­Stanislaus Kostkiewicz, im Kanton Schwyz tätiger Rechtsanwalt und Zweitwohnungsbesitzer in Braunwald, präsentiert werden. Die Wahl des neu zusammengesetzten Verwaltungsrats war reine Formsache. Das Gleiche galt für die Genehmigung aller übrigen Traktanden. «Wir stehen an einem Wendepunkt, Veränderungen sind nötig», fasste Bolt den Weg in die Zukunft zusammen. Bis Ende Wintersaison wolle der Verwaltungsrat drei Szenarien ausarbeiten, dies unter Einbezug der Leistungsträger wie etwa Hotels oder Skischule.

Positive Signale nutzen
Dafür gebe es positivere Signale als auch schon. Bolt nannte die kürzlich erfolgte Eröffnung des Panoramahotels, die Ausbaupläne des «Tödiblick», die international erfolgreiche Positionierung des Märchenhotels sowie die ausserordentlich positiven Rückmeldungen der Gäste während der vergangenen Wintersaison. Und nicht zuletzt: «Die zurückliegende Sommersaison zeigte positive Trends. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr war markant.»

Weniger Freude zeigte Bolt an der Politik. «Diese lässt uns im Regen stehen – trotz zahlloser geführter Gespräche.» Zwar gälten die Sportbahnen als systemrelevantes Unternehmen; trotzdem sei man auf sich allein gestellt, wie das Ergebnis der Landsgemeinde vom vergangenen Frühling bezüglich Erschliessung Braunwalds gezeigt habe.

Liquiditätsloch gestopft
Vorangegangen waren Ausführungen über die wenig rosige finanzielle Lage des Unternehmens. Eine im September vorgenommene Aktienkapitalerhöhung brachte gut 300 000 Franken ein, womit die Liquidität einstweilen gesichert sei, wie Bolt ausführte.

Die Rechnung des Geschäftsjahres 2024/25 weist zwar einen Gewinn von knapp 52 000 Franken aus. Dies jedoch nur, weil der Wert der Anlagen – insbesondere der Gumenbahn – überprüft wurde, was eine Aufwertung um gut 1,6 Mio. Franken nach sich zog. Im operativen Geschäft resultierte ein Verlust von 1,5 Mio. Franken. Im Budget fürs Geschäftsjahr 2025/26 soll dieser noch gut 500 000 Franken betragen – «ein Schritt in die richtige Richtung», so Bolt.

Christoph Boog

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