Silvan Hauser, der 21-jährige Profisportler aus Schwändi, zügelt nach Davos. Dort hat er optimale Trainingsbedingungen. Manchmal trainiert er auch im Glarnerland und im September war er im Glarnerland auf der Hochjagd.
Im T-Shirt und mit Velohelm gleitet Silvan Hauser mit ruhigen langen Schritten über den Asphalt der Dorfstrasse von Schwanden in Richtung Haslen: Sommertraining mit 70 Zentimeter langen Rollskis, Langlaufbindungen und -schuhen und Langlaufstöcken.
Mit 2 Jahren auf den Ski
Familie Hauser ist sehr sportlich. Von klein auf nahmen die Eltern Silvan und seine grosse Schwester Julia mit zum Wandern und Langlaufen. «Wir waren sehr oft in der Natur unterwegs und sind unzählige Male zur Hütte hochgelaufen», erzählt Silvan Hauser. Lange Jahre war Silvan beim SC Riedern und wurde im Langlauf gefördert. Mit zwei Jahren stand er das erste Mal auf Skiern, mit sechs bestritt er sein erstes Langlaufrennen: «Das hat meine Leidenschaft für den Sport entfacht.»
Mit 13 Jahren wurde er Mitglied im Ostschweizer Skiverband, dem Regionalverband des nationalen Dachverbands Swiss-Ski. 2022 wurde Silvan Hauser ins C-Kader von Swiss-Ski aufgenommen, 2024 stieg er ins B-Kader auf. Dadurch erhält er viel Unterstützung auf seinem Weg. «Der SC Riedern unterstützt meine Karriere aber immer noch, auch finanziell.» Silvan Hauser «fühlt sich noch immer sehr verbunden» mit dem Club seiner Kindheit.
Im Weltcup angekommen
Was hat Silvan Hauser schon erreicht? Vor allem in der Disziplin Langlaufsprint war er schon erfolgreich. In diesem Kurzdistanz-Rennen (1 – 1,8 km) muss er zuerst eine Qualifikation im Einzelstart schaffen. Danach folgen K.-o.-Läufe mit sechs Athleten, bis im Final der Sieger feststeht. An den U20-Juniorenweltmeisterschaften erreichte er den Final und wurde Sechster. «2024 war mein erstes Elite-Jahr und ich durfte zwei Weltcuprennen laufen, das war grossartig.» Beim Weltcup 2025 im Engadin wurde er in der Qualifikation 33. und verpasste die K.-o.-Phase um 0,23 Sekunden.
Welche Ziele hat Hauser für die Saison 2025/26? «Einen Top 30-Rang im Weltcup und einen Startplatz im Sprint an der Junioren-U23-WM. Im Sprint war ich in den letzten Jahren stärker, deswegen will ich die Distanzrennen aber nicht abschreiben.» Eine starke Ausdauer braucht es nämlich auch im Sprint: «Wenn du in den Final kommst, hast du vier Rennen an einem Tag.»
Das Ziel und der Weg
Welchen Traum und welche Ziele hat Silvan Hauser? «Mein Traum ist eine Olympische Medaille. Die Chance, an der Olympiade 2026 schon dabei zu sein, schätze ich als sehr klein ein. Mein Ziel sind die Olympischen Spiele 2030 in den französischen Alpen.» Sein Vorbild? «Dario Cologna. Es ist toll, dass es in der Schweiz einen so grossen Sportler gibt.»
Wie und wo trainiert Silvan Hauser, um seine Ziele zu erreichen? Im Sommer umfasst das Training Rollski-Touren, Jogging und Krafttraining. «Das Krafttraining mache ich meistens in Davos im Kraftraum von Swiss-Ski oder in Filzbach. Die Rollski-Ausflüge führen oft nach Linthal oder Elm.» Dazu kommen Velofahrten, um die Ausdauer zu trainieren. «Der Trainer von Swiss-Ski macht die Planung für mich. Einmal pro Monat haben wir ein Trainingslager mit unserer Trainingsgruppe von Swiss-Ski. Wir gehen nach Magglingen, Lenzerheide oder auch nach Prémanon im französischen Jura.» Ab diesem Herbst geht es für Silvan Hauser nach Davos, denn «in Davos ist immer ein Trainer da. Deshalb suche ich dort eine Wohnung. Jetzt ist die Zeit, wo man voll probieren muss. Wenn’s klappt, ist es super. Deshalb setze ich voll auf Sport.»
Silvan Hauser sagt über sich selbst, er sei: «eine zielstrebige, ehrgeizige und fokussierte Person, die gerne ihre Grenzen im Training und bei Wettkämpfen auslotet.» Den «Körper an Grenzen bringen» klingt das nicht nach Quälerei? Silvan Hauser sieht das ganz im Gegenteil so: «Ich finde es faszinierend, was man aus seinem Körper herausholen kann.» Sehr froh ist er, dass er bisher keine Verletzungen hatte.
Trotz des anstrengenden Trainingsprogramms gönnt sich Silvan Hauser Auszeiten. Im September war er im Glarnerland eine Woche lang auf der Hochjagd, zusammen mit seinem Vater.
Sport als Beruf
Woher kommt die finanzielle Unterstützung? Hauser nennt verschiedene Quellen. Einerseits erhält er seit diesem Jahr Erwerbsersatz vom Militär. Die Zeit in den Trainingslagern wird als Erwerbstage vergütet. Andererseits unterstützt ihn die Sporthilfe. «Dazu habe ich zwei Sponsoren, Fuchs Immobilien und Bamert Bodenwelten. Und natürlich tragen mich auch meine Eltern mit. Ich kann mich dank dieser Unterstützung vollständig aufs Training fokussieren.» Obwohl er «schon auf viel verzichten muss», ist Silvan Hauser auf einer neuen Stufe angekommen. Er sagt stolz: «Sport ist mein Beruf.»
Søren Ehlers


