Die Sendung «Potzmusig» ist bei Schweizer Radio und Fernsehen das Zuhause der Schweizer Volksmusik. Am ESAF-Samstag präsentierte Moderator Nicolas Senn eine Sondersendung, die Schwingergala. Als Gäste dabei waren die Schwingerkönige Harry Knüsel und Kilian Wenger, Schauspieler und Schwing-Experte Beat Schlatter, die frisch gekrönte Schwingerkönigin Jasmin Gäumann sowie die vierfache Schwingerkönigin und Jass-Expertin Sonia Kälin.
Viel Musig spielten die Rusch Büeblä, Ländlerkönig Carlo Brunner, das Quartett Waschächt mit Frowin Neff, die Enderlin-Chicks mit Martin Jud, eine Ad-Hoc-Kapelle um Schwingerkönigin Sonia Kälin und die LEnglerkappelle. Zum Schluss gab es ein fulminantes Medley mit vielen Glarner Musikerinnen, Trychlern, Sängerinnen und Sängern.
Der FRIDOLIN traf Nicolas Senn am ESAF-Samstagnachmittag. Nicolas Senn ist seit über 200 Sendungen Moderator von «Potzmusig». Zur letzten Probe vor der Livesendung erschien er in Gummistiefeln, denn das Gelände war etwas matschig.
FRIDOLIN: Nicolas, wie nimmst du die Atmosphäre hier in Mollis auf?
Nicolas Senn: Ich hatte mich im Vorfeld gefragt, wie das wohl sein wird mit so vielen Leuten. Ich erwartete, dass es sehr hektisch wird. Doch alles läuft reibungslos, die Leute sind wirklich gelassen. Es ist ein tolles Erlebnis, hier auf dem Gelände zu sein. Gestern Freitag hatten wir die Hauptprobe im strömenden Regen. Und morgens um 01.00 Uhr durften wir mit unserer Crew in den Holzmuni Max hinein.
Du bist ja als Musiker und Künstler bekannt dafür, dass du in vielen Ländern und zusammen mit ganz verschiedenen Musikerinnen und Musikern spielst. Was ist das Speziellste, was Du erlebt hast?
Faszinierend ist es, wenn ich mit meinem Hackbrett zusammen mit einem Orchester spielen darf. Letztes Jahr durfte ich in Hamburg in der Elbphilharmonie auftreten, das war gewaltig. Speziell waren natürlich mein Konzert auf dem Gipfel des Kilimandscharo oder die Auftritte zusammen mit afrikanischen Chören. Bei diesen internationalen Auftritten wird sehr häufig Volksmusik gespielt. Ich habe einfach Freude, wenn Musik «handgemacht» ist.
Was hat deine Musik mit Schwingen zu tun?
Ländlermusik hat viele Parallelen mit dem Schwingen. Im Schwingerumfeld machen viele Musik. Sowohl beim Schwingen als auch bei der Volksmusik gibt es Familiendynastien. Der Grossvater hat schon geschwungen, der Vater hat geschwungen, jetzt schwingt der Sohn. Bei der Musik ist das häufig auch so, dass das Musizieren durch die Generationen weitergegeben wird.
Was hast du selbst für Erlebnisse mit Schwingen?
Die Familie Giger wohnte bei uns ganz in der Nähe, die Giger-Buben kenne ich persönlich. Sie trainierten hinter dem Bauernhaus. Deswegen hoffe ich natürlich sehr, dass Samuel Giger Schwingerkönig wird.
Du hast für deine Sendung «Potzmusig», die heute Abend über zwei Stunden lang Volksmusik und interessante Gespräche vereint, die amtierende Schwingerkönigin Jasmin Gäumann und die vierfache Schwingerkönigin Sonia Kälin eingeladen. Wie siehst du die Entwicklung Frauenschwingens?
Sonia Kälin ist vielen bekannt. Sie ist Schwingerkönigin, musiziert heute Abend und ist Moderatorin beim «Donschtigjass». Ich glaube, je mehr Mädchen und Frauen mitmachen, desto bekannter wird das Frauenschwingen werden.
Du selbst warst ja einmal «Thurgauer des Jahres» und wohnst schon lange im Appenzellerland. Fühlst du dich als Thurgauer oder als Appenzeller?
Bis ich 19 war, habe ich in Romanshorn gelebt und habe dadurch natürlich eine enge Verbindung an den Bodensee. Ich sehe mich selber als Ostschweizer. Vor über 200 Jahren wollte Napoleon die Schweiz neu organisieren und führte neue Kantone ein. Glarus war Teil des sogenannten Kantons Linth und die Ostschweiz war der Kanton Säntis. Wenn es wieder den Kanton Säntis gäbe, dann wäre das genau mein Kanton.
Søren Ehlers


