Ein Zapfhahn kommt geflogen

Das Bier kommt aus dem Hangar ... (Foto: dl)

Mit den Worten «Hiermit ist das ESAF 2025 Glarnerland+ Geschichte» ging ein Meisterspektakel zu Ende. Es gäbe Geschichten über die unzähligen freiwillig Helfenden, Geschichten über das visionäre OK. Es gibt die Geschichte über die Bierversorgung von Feldschlösschen, dem langjährigsten ESAF-Königspartner. Und dass erstmals an einem ESAF auch einheimisches Bier getrunken werden konnte.

«Rheinfelden ist etwas weit von hier, also dachten wir, wir holen unser Schloss ans ESAF», erklärt Sponsoring-Manager Matthias Metzger. Tatsächlich steht auf der ESAF-Festmeile ein nachgebautes «Feldschlösschen». Auch wenn die Brauerei weit weg ist, ist dafür ihr Event-Logistikzentrum gleich ums Eck, 500 Meter vom Festgelände. In Pratteln hätten sie eine Lieferdistanz von 18 Kilometern gehabt. Von einem «sensationellen Zugang» spricht Daniel Berger, Leiter Eventlogistik. In den vier Militärhangars des Flugplatzes Mollis stapeln sich die Getränke bis unter die gewölbte Decke. Von da gehen sie in den Kühlwagen, wo sie auf 2 Grad heruntergekühlt auf die Auslieferung warten. Gleich über den Hangars sind in 18 Schlafcontainern 72 Mitarbeitende untergebracht. Gesamthaft sind über hundert Leute im Einsatz, um den Festbetrieb 22 Stunden pro Tag aufrechtzuerhalten. Das Bierbrauen selbst, erklärt der Eventlogistik-Leiter, sei – im Vergleich zur ganzen Logistik – schon fast vernachlässigbar.

Ein Freund von Mehrweg
Ein Jahr vor einem ESAF wird jeweils der Ort des Logistikzentrums festgelegt, einen Monat vorher eingerichtet. Jedes Festzelt hat drei Lieferzeitfenster, über eine App werden die Bestellungen durchgegeben. Auch wenn die erwartete Besucherzahl mit 500 000 Personen weit übertroffen wurde, ging das Flüssige nicht aus. Eine Masse, die eine kleine Brauerei nicht stemmen könnte. Trotzdem durfte Adler Bräu – dank des hartnäckigen Einsatzes von OK-Präsident Jakob Kamm – während der drei ESAF-Tage das Glarnerland-Zelt beliefern.

Feldschlösschen ist zum siebten Mal Königspartner des ESAF, so oft wie keine andere Firma. Sie setzen auf Mehrweggebinde, auch wenn Offenbier einfacher wäre: «Ich bin ein Freund von Mehrweg», meint Logistikleiter Daniel Berger. Und viele Festbesuchende – besonders Kinder – auch: Sie sammeln die Flaschen und verdienen sich mit dem Depot ein gutes Taschengeld.

Zapfhahn kommt geflogen
Doch noch ist es nicht so weit. Auf dem Platz vor den Hangars steht ein provisorischer Stall für die sechs Brauereipferde, die auf ihren ersten Auftritt am ESAF-Freitag warten: der Fassanstich. Die kraftvollen Tiere ziehen die Kutsche mit den dekorativen Bierfässchen vom Logistikzentrum zum Muni Max. Für den Fassanstich und die Eröffnung der Festmeile hat sich das OK etwas einfallen lassen, das sich Moderatorin Fabienne Gyr nicht vorstellen konnte. Gerade, als sie den verrückten Plan erklärt hatte, ruft sie: «Da sind sie ja!». Über den Köpfen des Publikums schweben sechs Fallschirmaufklärer mit Fahnen und dem Zapfhahn, während Gleitschirmpiloten der Flugschule Robair Saltos drehen. Der Fassanstich von OK-Präsident Jakob Kamm haut beim zweiten Schlag hin – eine gelungene Inszenierung, auch wenn Kamm auf die Frage, ob er bereit sei für die Festeröffnung mit einem atemlosen «Nein» antwortete ... und drei Tage lang das Gegenteil bewies. 

dl

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