Kündigung und Neuanfang?

Seit mehr als einem Jahrzehnt prägt das Lago Mio am Walensee die Sommer in Weesen/Amden. (Foto: aus der Galerie auf lago-mio.ch)

Seit mehr als einem Jahrzehnt prägt das Lago Mio am Walensee die Sommer in Weesen/Amden: als unkompliziertes Seebeizli, als Treffpunkt nach dem Baden, als Ort für Strandbar-Gefühl mit Blick auf die Berge. Gepachtet und erfolgreich geführt wird der Betrieb von Andrea Gilardoni, die dem Beizli über viele Jahre ihren Stempel gegeben hat.

Im Juli 2025 hat der Gemeinderat Amden den laufenden Mietvertrag vorsorglich per Ende 2025 gekündigt. Begründung: Der Vertrag sei 14 Jahre alt und enthalte Bestimmungen, die nicht mehr zeitgemäss seien; man wolle die Rahmenbedingungen neu diskutieren – auch vor dem Hintergrund geplanter Ausbau- und Entwicklungsschritte am Standort. An der guten Führung des Betriebs durch Gilardoni werde ausdrücklich nicht gezweifelt.

Verhandlungen laufen
Trotz Kündigung ist die Tür offen: Gemeinde und Pächterin verhandeln derzeit, wie ein künftiges Mietverhältnis aussehen könnte – und ob es weitergeführt wird. Ziel aus Sicht der Gemeinde ist ein zeitgemässer, klar geregelter Vertrag, der sowohl den Anforderungen eines stark frequentierten Naherholungsortes als auch den Plänen für die Arealentwicklung Rechnung trägt. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Was das bedeutet
Kurzfristig ändert sich bis Ende Saison 2025 voraussichtlich wenig: Das Lago Mio bleibt gemäss offiziellen Infos als Sommerbetrieb bestehen und ist weiterhin in den regionalen Veranstaltungskalender eingebettet. Mittel- bis langfristig hängen Angebot und Betrieb davon ab, welche Auflagen und Investitionen ein neuer Vertrag vorsieht – und wer den Zuschlag erhält, falls eine Neuvergabe nötig würde. Für die Region Amden – Weesen steht damit mehr als ein Beizli auf dem Spiel: Es geht um Zugang und Qualität an einem der ­attraktivsten Seeuferabschnitte des ­Walensees.

Einordnung
Kündigungen «ohne Schuldvorwurf» sind im öffentlichen Liegenschaftsmanagement nicht unüblich, wenn alte Verträge Modernisierungen oder Investitionen erschweren. Transparente Kriterien für Pacht, Öffnungszeiten, Infrastruktur und Umweltauflagen sind dabei zentral – gerade an sensiblen Uferlagen. Im besten Fall entsteht aus den laufenden Gesprächen ein neuer, belastbarer Vertrag, der Bewährtes erhält und Entwicklung zulässt. 

Juliane Bilges

Back To Top