Der umtriebige Kleintödi-Teufel

Der Preis für die Gewinnergeschichte: Robert Baranyi bestieg den Ruchen-Westgrat zusammen mit Bergführer André Reithebuch.(Foto: André Reithebuch)

Kreative, kurlige und spannende Geschichten kamen zusammen, als das Tödi-Jubiläums-OK letzten Sommer einen Schreibwettbewerb ausschrieb. Einer der drei Gewinner hat anfangs August seinen Preis, eine Gletschertour, eingelöst und den Ruchen-Westgrat erklommen. Der Bericht davon ist etwa so spektakulär wie seine Geschichte über den «Kleintödi-Teufel».

Von Absätzen, Rissen, einem Grat, Felsenfenstern und vom Abseilen liest es sich im Tourenbeschrieb des Ruchen-Westgrats, der zusammengefasst ergibt: «Teilweise exponierte Hochtour mit imposanten Tiefblicken auf den Klöntalersee.» Dieses Abenteuer am Glärnischmassiv wagte der Oberstufenschüler Robert Baranyi. Er ist einer der drei Gewinner des Schreibwettbewerbs des letztjährigen Jubiläums «200 Jahre Tödi Erstbesteigung». Als der OK-Präsident des Jubiläums, Hansueli Rhyner, den Dreien ein mögliches Datum für ihre Gletschertour durchgab, meldete sich Robert Baranyi, der älteste, mit: «Ruchen wäre cool!» Die anderen beiden waren verhindert. Robert konnte sich dem J+S-Leiterkurs Bergsteigen anschliessen, der eine Woche von der Glärnischhütte aus Touren unternahm. Auf dem Programm der Gruppe von André Reithebuch stand an jenem Tag der Ruchen Westgrat.

Für immer in der Tiefe
Im Sommer 2024 jährte sich die Erstbesteigung des Tödi zum 200. Mal – der Gipfel inspirierte zur Gründung des Schweizerischen Alpenclubs und zum Bau der ersten SAC-Hütte. Zu Ehren dessen wurde der Tödi vom Lichtkünstler Gerry Hofstetter in Szene gesetzt – unterstützt von einer pinken Polarnacht. Nebst vielen verschiedenen Ausstellungen und Events rund ums Jubiläum wurde auch ein Schreibwettbewerb für Glarner Schüler und Schülerinnen ausgeschrieben, worauf 100 Texte eingingen. Aufgefallen ist die Geschichte über den «Kleintödi-Teufel», in welcher der damalige 6.-Klässler Robert Baranyi aus dem Schulhaus Buchholz schreibt: «Vor Wut begann der Teufel zu stampfen und zerriss den Gletscher in Tausende Spalten, welche nicht nur Ueli und Fridli für immer in die Tiefe zogen, sondern auch den Teufel.»

Fast im Klöntalersee
In die Tiefe zieht es auch auf dem Westgrat Richtung Ruchen: «Das ist eine luftige Gratkletterei: Mit dem linken Bein steht man fast im Klöntalersee, mit dem rechten auf dem Glärnischfirn», beschreibt Hansueli Rhyner die Tour schmunzelnd. Robert Baranyi schien gewusst zu haben, was auf ihn zukommt. Den Gutschein, welchen die drei Gewinner des Schreibwettbewerbs erhielten, war bewusst offen als «2-tägige-Gletschertour» formuliert. Damit käme auch ein Trekking über den Claridengletscher infrage oder das Vrenelisgärtli. Was vom Tödi-Jubiläum sonst noch geblieben ist? «Viele Erinnerungen», findet OK-Präsident Hansueli Rhyner, vor allem das Theater halle vielen noch nach. «Das Jubiläum hat den Tödi bestimmt etwas bekannter gemacht und viele ermuntert, ihn besteigen zu wollen.»

dl

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