Unsere Polygrafin Cornelia Hefti hat dieses Jahr fünf Wochen Ferien am Stück. Sie ergreift die Gelegenheit und reist – mit einem ausgiebigen Zwischenstopp in New York – nach Kanada. Unser Redaktionsmitglied Søren Ehlers pflegt vom Glarnerland aus einen Briefwechsel mit ihr.
Hoi Conny
Nach deinem New York-Aufenthalt hast du zwei lange Zugreisen gemacht.
Was ist anders am Zugfahren in Nordamerika als in der Schweiz? Ist es billiger, schneller/langsamer? Sind die Züge anders gebaut, grösser? Wie lange warst du unterwegs?
Salü Søren
Zugfahren ist hier schon ganz anders als bei uns. Es ist eine andere Art, zu reisen. Die Züge haben mehr Platz, man sitzt auch meistens wie im Flieger hintereinander. Ich bin von New York nach Montreal gefahren, 13 Stunden, und dann einen Tag später von Montreal nach Halifax, 24 Stunden. Bei beiden Zugfahrten gab es ein Boarding und auf der Strecke in Kanada mussten wir sogar das Gepäck aufgeben. Zum Glück war ich immer sehr frühzeitig.
In der Schweiz wird über einen Halbstunden- oder Stundentakt diskutiert, die Strecke von Montreal nach Halifax wird dreimal in der Woche gefahren.
Vor allem auf der Strecke in Kanada ist es ein tolles Reisen. Ich habe das günstigste Ticket gebucht, einen einfachen Sitzplatz, den man etwas nach hinten herunterlassen konnte zum Schlafen. Man wurde vom «Wägäli» bedient oder man konnte sich an der Bar etwas holen. Ich liess es mir auch gut gehen im Restaurant, also ganz feudal. Das Personal war immer sehr zuvorkommend und freundlich. Das Schlafen klappte nicht bei allen gleich, bei mir eher weniger, dafür wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt.
Man sollte für so eine Zugreise Geduld haben und etwas, um sich die Zeit, oder auch mehr Zeit, zu vertreiben. Denn wir kamen in Halifax mit über vier Stunden Verspätung an. Das wurde ohne Murren zur Kenntnis genommen. Landschaftlich war es einfach nur herrlich.
Liebe Grüsse Conny


