Nun begegnet man ihnen wieder vermehrt. Den häufigsten Wildhunden Europas, den Rotfüchsen. Aktuell sichtet man zahlreiche Jungfüchse. Auf frisch gemähten Wiesen, auf Feldern, aber auch an Teichen, Weihern, im Wald, an Waldsäumen und Strassen leuchtet ihr rot-oranges Fell, zeigen sich Farbtupfer in der Landschaft.
Nachdem von Dezember bis Februar, hauptsächlich im Januar und Februar, die Paarungszeit, auch Ranzzeit genannt, stattgefunden hat, wird es still in den Fuchsrevieren. Ab März werden dann drei bis sechs, manchmal sogar acht Welpen geboren und von der Fähe gesäugt. Das Gewicht der Welpen beträgt bei der Geburt 80 bis 150 Gramm, ihre Augen bleiben vorerst geschlossen. Bald schon gehen Fähe und Rüde alleine auf die Jagd, lassen die Jungen vermehrt allein beim Bau zurück. Beide Elternteile bringen ihnen Vögel, Enten, Gänse und Mäuse. Auch Rehkitze werden auf ihren Beutezügen Opfer.
Sehr verspielt
Im Alter von vier bis sechs Wochen werden die Kleinen von der Mutter langsam entwöhnt. Mit vier Monaten sind sie recht selbstständig und immer noch sehr verspielt. Weibliche Jungfüchse bleiben nun noch einige Monate bei der Mutter, die Rüden machen sich auf in neue, unbekannte Reviere.
Jetzt müssen die Jungfüchse alleine auf die Jagd. Ihr Speiseplan enthält schon fast alles. Insekten, Schnecken, Kaninchen, Hasen, aber auch Tiere auf nahe gelegenen Bauernhöfen munden ihnen sehr. Zehn Monate später ist die Jungmannschaft bereits ausgewachsen und geschlechtsreif. Es ist die Zeit, da sie das elterliche Revier ganz verlassen, sich ihr eigenes Heim suchen müssen.
Grosse Reviere
Die Reviere der Füchse sind von einem bis rund 40 Quadratkilometer gross. Daher können ab und an Fuchskämpfe beobachtet werden. Mit der Unterwerfung des einen Tieres kehrt aber bald wieder Ruhe ein, die Fronten gelten als geklärt – bis zum nächsten Machtkampf. Viele Füchse erleben ihre Jugend nicht. Befallen von Räude (Grabmilben), Staupe (Infektionskrankheit) und Fuchsbandwurm (Parasiten) verenden die Tiere oft nach einem langen Leidensweg. Um solches Leiden zu verhindern, besteht die Möglichkeit, kranke Tiere bei der Jagdbehörde, dem Förster oder Jagdpächter zu melden. Anlaufstelle können auch der zuständige Wildhüter sowie die Kantonspolizei sein.
Wie viele Füchse im Kanton Glarus leben, ist nicht klar. Laut «Wildtier Schweiz» werden rund 1000 Rotfüchse geschätzt. Die Schätzung dürfte schwierig sein, da die Tiere sich oft in unzugänglichen Gebieten aufhalten.
Viele Füchse wiederum haben sich im Laufe der Zeit an die Nähe zu Menschen angepasst. Sie sind da anzutreffen, wo Abfälle auffindbar sind, wo Komposthaufen stehen, sich Mäuse und Ratten tummeln. Da findet sich leichte Beute, leicht verdiente Nahrung. Natürliche Feinde des Fuchses sind Wölfe, Luchse, Adler sowie der Mensch.
So beeindruckend es auch ist, Füchse aus der Nähe beobachten zu können, sie sollen nicht gefüttert werden. Nahrung in freier Wildbahn ist zu jeder Jahreszeit genug vorhanden.
Susanne von Dach


