An einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz stellte Landammann Benjamin Mühlemann den am 7. Dezember an einer ausserordentlichen Sitzung des Regierungsrates neu gewählten Ratsschreiber Arpad Baranyi vor, welcher ab 1. Juli 2023 Nachfolger von Hansjörg Dürst werden wird, der über Jahrzehnte das Bindeglied zwischen Regierung und Landrat war.
Sein Vater war Schreiner, er selber arbeitete als Werkstudent in diesem Einmannbetrieb mit, bevor er seinen juristischen Werdegang an den Bezirksgerichten, in Anwaltskanzleien und schliesslich seit 2006 als Departementssekretär im Justiz- und Polizeidepartement des Kantons Glarus antrat. Inzwischen kennt sich der 52-jährige Vater von zwei Kindern mit der Verwaltung des Kantons bestens aus. Doch entscheidend – neben dem Charakter – ist für den neuen Ratsschreiber Arpad Baranyi sein Sensorium für die Befindlichkeiten von Regierung, Parlament und Verwaltung. «Ein Stäbler wie ich hat die Rolle des Dienstleisters. Er muss schauen, dass der Departementschef bestmöglich entscheiden kann. Das bedeutet: Varianten ausarbeiten und ihm vorlegen, sein Sparringpartner sein, damit er die bestmögliche Variante finden kann.» Und wenn’s zum Konflikt kommt? «Man findet sich. Der Politiker hat intern gute Lösungen vorzubereiten, die Verwaltung zieht mit ihm am selben Strick.»
Ausgezeichnete Auswahl
Man sei, so der Landammann, in der komfortablen Lage gewesen, aus einer Reihe von ausgezeichneten internen und externen Bewerbenden zu wählen und habe sich nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren für Baranyi entschieden, weil er fachlich qualifiziert und lösungsorientiert ist und ganzheitlich und dienstleistungsorientiert denkt. Zudem sei er bestens vernetzt und erfülle das umfangreiche Anforderungsprofil. «Baranyi ist die richtige Persönlichkeit für die Stelle des Ratsschreibers.» Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, besitzt das Rechtsanwaltspatent und hat berufsbegleitend ein Nachdiplomstudium in Verwaltungswissenschaften an der Universität Bern abgeschlossen. Als Departementssekretär Sicherheit und Justiz gestaltete er zahlreiche Regierungsratsbeschlüsse mit und erstellte Landsgemeindevorlagen.
Dynamik der Aufgaben
Aufgrund der hohen Anforderungen an die Nachfolgerin oder den Nachfolger des langjährigen Ratsschreibers hatte der Regierungsrat die Stelle im Sommer 2022 öffentlich ausgeschrieben. «Es ist mir eine Ehre und Freude im Vertrauen von Regierungs- und Landrat den hohen Erwartungen dieser Stabsstelle gerecht zu werden», sagt Baranyi. Denn die kantonale Verwaltung und die Staatskanzlei werden vom dynamischen Umfeld und neuen Technologien gefordert und die «kleine Verwaltung des Kantons muss dem wirkungsvoll begegnen.»
FJ


