Was macht eigentlich...Stacy Roest?

9 Saisons, 479 Spiele, 496 Skorerpunkte – Es sind imposante Zahlen, die Stacy Roest’s Zeit in Rapperswil repräsentieren. Manche Fans erinnern sich heute gerne an die Zeit zurück, als er, meist mit dem Topscorer-Helm, für Rappi auf Punktejagd ging.

Vor zehn Jahren beendete Roest seine Karriere und kehrte in seine Heimat zurück. Dem Eishockey blieb er treu. Heute arbeitet er bei den Tampa Bay Lightnings. «Steve Yzerman bot mir einen Posten als Scout an. Er war damals General Manager der Lightnings.» Mit Yzerman, einer Eishockey-Koryphäe, spielte Roest 1998 bis 2000 bei den Detroit Red Wings. Später wurde er Verantwortlicher der Spielerentwicklung und nach dem Weggang von Yzerman Assistant General Manager von Tampa Bay und General Manager des Farmteams in Syracuse. «Meine tägliche Arbeit besteht grundsätzlich aus der Leitung des Farmteams. Ich bin verantwortlich für reibungslose Abläufe, helfe den Talenten bei der Entwicklung zu künftigen NHL-Spielern und unterstütze die Lightnings im Bereich Scouting.»

Clubtreue durch Dankbarkeit
Während dem Gespräch betont die ehemalige Nummer 19, wie sehr ihm die Stadt und die Leute am Herzen liegen. «Ich war immer stolz für die SCRJ Lakers zu spielen und Teil dieses Vereins mit seinen grossartigen Fans zu sein.» Der Start war jedoch eine Herausforderung. Bei seiner Ankunft war seine Frau Billie schwanger und Roest spielte das erste Mal in Europa. Jedoch lebten sich der Kanadier und seine Familie die Rosenstadt schnell ein. «Viele Leute halfen uns beim Eingewöhnen, sodass wir am Ende nicht mehr weg wollten.» Selbst als Angebote für eine Rückkehr nach Nordamerika und anderer Schweizer Teams vorlagen, entschieden sich die Roests für einen Verbleib am Obersee. Als Ehemann und Vater habe er nie eine «Hockey-Entscheidung» sondern stets eine «Familien-Entscheidung» gefällt. «Meine Kinder gingen in Rapperswil in die Schule und hatten Freunde. Wir alle waren glücklich und darum wurden es neun tolle Jahre. Wenn du so gut behandelt wirst, wie wir in Rappi, dann fällt es leicht zu bleiben.» 

Die zweite Heimat
Roest hatte in Rapperswil alles, was er und seine Familie brauchten. «Ins Training fuhr ich mit dem Fahrrad. Wenn wir etwas unternahmen, reisten wir oft mit dem Zug.» Seine Frau sei ein Organisationstalent, die an freien Sonntagen Familienausflüge organisierte. So hätten sie versucht möglichst viel von der Schweiz zu sehen. Heute empfiehlt er die Schweiz weiter. «Die Lebensqualität in der Schweiz ist hoch. Ich rate Spielern in Nordamerika immer, dass die Schweiz bei Ihnen ganz oben auf der Liste stehen sollte, da man sehr gut behandelt wird und das Land wunderschön ist.»

Spiele verfolgen und Kontakte pflegen
Nach wie vor pflegt Stacy Roest Kontakte in die Schweiz. Einer davon ist der ehemalige Rappi-Masseur Andy Hüppi. «Andy war eine grosse Hilfe für uns, als wir nach Rapperswil kamen. Durch seine Arbeit für Team Canada haben wir gemeinsame Freunde. Wir schreiben uns regelmässig und telefonieren gelegentlich.» Ebenfalls Kontakt hat er mit Sandro Gmür oder Markus Bütler, welcher ihn über das Geschehen bei den Lakers auf den neusten Stand bringt. Er werfe immer wieder ein Auge auf die Resultate seines ehemaligen Vereins. «Aktuell haben sie ein starkes Team und performen gut. Es hat sich eine Winnermentalität entwickelt.» Nach den Jahren wo es weniger gut lief, freut er sich für den Verein und die Fans. Der Kanadier erinnert dies an die Saison 2005/06, wo die SCRJ Lakers zum ersten Mal in der Klubgeschichte das Playoff-Halbfinal erreichten. «Es war eine unglaubliche Serie gegen Zug. Am Ende wurden wir gegen den HCD schlecht belohnt. Die Fans waren fantastisch – für mich das absolute Highlight während meiner Zeit in Rappi.»

Besuch geplant
Seit seinem Rücktritt kehrte Roest anlässlich des 70-Jahre-Jubiläumsspiel nach Rapperswil zurück. «Ich wäre für die WM 2020 in die Schweiz gereist und hätte einen Besuch in Rapperswil geplant. Dass dies wegen Corona nicht möglich war, hat mich sehr enttäuscht.» Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Für Scoutingtrips wird er dieses oder nächstes Jahr in der Schweiz weilen. «Dann werde ich sicher in Rapperswil vorbeischauen und allenfalls sogar meine Familie mitnehmen.» Zum Schluss hat der Kanadier noch eine Nachricht an die SCRJ-Familie: «Meine Familie, Teamkollegen und ich wurden immer unterstützt. Für mich ist Rapperswil ein ausserordentlicher Ort, um Eishockey zu spielen. Für diese Unterstützung und die Leidenschaft aller Fans möchte ich herzlich danken und ich freue mich, wieder einmal in Rapperswil zu sein.»

Fabio Lutz

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