Gaukler, Ritter und klirrende Degen in Mollis

Der Falkner erklärt dem staunenden Publikum, wie seine Vögel leben und jagen. (Foto: Susanne von Dach)

Das Fantasy- und Mittelalterspektakel, das am vergangenen Wochenende auf dem Flugplatz Mollis zu einer Erlebnisreise in frühere Zeiten einlud, konnten von den Besuchern trotz Sommerhitze ausgiebig genossen werden. Der Organisator Verein Turnei aus Rüti ZH, hatte zwei Tage lang mit einem unterhaltsamen Programm aufgewartet. 

Rund 80 Mittelalter-Marktfahrer und Vereine und mehr als 500 Mitwirkende, hatten zu diesem, einem ersten Anlass dieser Art im Glarnerland, beigetragen. Die meisten «Märtler» und Vereine waren aus der Schweiz, einige aus Deutschland angereist. 

Flaniermeile durch das Zeltdorf
Ab 10 Uhr konnte man im schmucken Zeltdorf verweilen. Da und dort stieg bereits Rauch aus den Feuerbecken, Musik schallte noch vorsichtig über die Planen hinweg. Dann brutzelten bald diverse Spiesse auf den Grills, frisches Pfannen-Gemüse wartete darauf, aus hölzerne Schalen vertilgt zu werden. An den Marktständen wurden unter anderem Beerensirup, Honig, Schnäpse, Edelsteine und Schmuck feilgeboten. Es konnten auch Kleider, Schuhe und Hüte aus früheren Zeiten erstanden werden, von Federn bis zu Elfenohren – es fehlte nichts.

Langweilig wurde es Kindern nicht
Auf die Kleinen warteten zahlreiche Attraktionen. Neben «Märlins Geschichtenwelt» und Gauklerei, begeisterte «Magier Rick». Auch Holzdrechsler- und Steinarbeiten, Tierskelette, liessen Kinderaugen staunen. Begehrt waren hölzerne Schwerte und Degen, sowie die Flugshow dreier Falken. Sie fesselte die Kinder besonders. Absoluter Höhepunkt war der Anlass «David gegen Goliath». Mutige Kinder kämpften und gewannen mit weichen Schaumgummi-Rollen gegen Männer in Ritterausrüstung. Wohlverdiente Siegestrophäe war eine Schatzkiste voller Süssigkeiten.

Ritter litten in den schweren Rüstungen
Der Ritter-Showkampf der Männer war bei der unerbittlichen Hitze eine echte Herausforderung. Mit dem Kampf in der schweren, eisernen Rüstung blieb der Durst fast unbesiegbar, und ein Trunk aus den Hörnern war anschliessend angenehme Erfrischung.

Martin Suter, seit zehn Jahren Präsident und Gründer des «Verein Turnei», kennt die Faszination der Ritterspiele, der Pferde dieser farbenfrohen Anlässe bereits seit seiner Kindheit. «Schön ist», erklärt der vierfache Familienvater, «dass alle Gesellschaftsschichten an solche Anlässe kommen.» 

Ob es auf dem Flugplatz Mollis einen weiteren solchen Anlass geben wird, weiss er jedoch noch nicht. «Der Aufwand ist gross, Helfer und Helferinnen sind öfter rar. Auch die Finanzen müssen stimmen», sagt der Gründer, und weiter: «Und die Infrastruktur des Flugplatz Mollis ist teuer. Die Kulisse wiederum wunderschön.» Erfreut ist er aber, dass so viele Besucher am Marktspektakel teilgenommen haben, und noch viele Gäste den Abend am «Konzert Harpyie» ausklingen liessen. 
Susanne von Dach

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