Pilotprojekt: Direktzahlungen für Herdenschutzmassnahmen

Herdenschutzhunde sind eine Möglichkeit, Wölfe von Nutztieren fernzuhalten. (Foto: Keystone-SDA)

Der Regierungsrat beantragt dem Landrat die Gewährung eines Verpflichtungskredits über rund 734'000 Franken für Direktzahlungen zugunsten des Schutzes von Schafen und Ziegen auf Glarner Alpen vor dem Wolf. In den Jahren 2022–2025 soll dazu ein Pilotprojekt umgesetzt werden.

Durch die Ausbreitung der Wölfe müssen die Schafalpen besser vor Angriffen geschützt werden. Dieser Schutz muss laut der revidierten Jagdverordnung von 2021 durch eine Umzäunung der Herde oder Herdenschutzhunde sichergestellt werden. Die Herdenschutzmassnahmen sind umzusetzen, soweit sie zumutbar sind. Wenn dies nicht geschieht, können allfällige Risse bei den Erwägungen des Bundes für einen Wolfsabschuss nicht angerechnet werden. 

Welche Alpen können wie geschützt werden?
Seit 2021 werden die Glarner Schafalpen durch ein Fachbüro aufgesucht und deren kurz- und langfristigen Schutzmöglichkeiten geprüft. Die vorgeschlagenen Massnahmen wie herdenschutzsichere Zäune, Einsatz von Herdenschutzhunden oder der Bau von Hirtenunterkünften verursachen einen finanziellen Mehraufwand, der mit den bestehenden Direktzahlungen des Bundes nicht gedeckt werden kann. Einzelne Glarner Schafhalter und Alpbewirtschafter erwägen bereits die Aufgabe der Schafsömmerung. Dies will der Regierungsrat verhindern, indem er die nicht gedeckten Zusatzkosten vergütet. Weil diese Kosten stark variieren, sollen sie über Direktzahlungen sichergestellt werden.

Der Bund plant eine Erhöhung der Sömmerungsbeiträge für Schafe in geschützten Weidesystemen. Er wird auch eine Lösung für die Auszahlung der vollen Sömmerungs- und Biodiversitätsbeiträge vorschlagen, wenn die Tiere wegen der Gefahr von Grossraubtieren frühzeitig die Alp verlassen müssen. 

Der Regierungsrat beantragt dem Landrat für die Jahre 2022—2025 einen Verpflichtungskredit von rund 734'000 Franken für Herdenschutzmassnahmen zur Sömmerung von Schafen und Ziegen aufgrund der steigenden Wolfspräsenz. Während der Pilotphase können die Schutzmassnahmen weiter evaluiert und je nach Entwicklung der Wolfspopulation und der nationalen Gesetzgebung angepasst werden.

pd.

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