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Braunwald ist besonders sauber. (Foto: Ruedi Kuchen)

Seit 1988 wird im Kanton Glarus an verschiedenen Standorten die Konzentration von Stickstoffdioxid mit Passivsammlern gemessen. Aufgrund dieser langjährigen Messungen ist ein abnehmender Trend ersichtlich, welcher sich auch im Jahr 2020 fortsetzte.

Die Messungen von Stickstoffdioxid (NO2) werden seit 1988 durch den Kanton und seit 2001 durch den Verbund OSTLUFT, einem Zusammenschluss von acht Ostschweizer Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein, durchgeführt. Im Jahr 2020 wurden im Kanton Glarus an folgenden sieben Standorten Stickstoffdioxid-Messungen durchgeführt: Niederurnen Suterwies A3, Näfels Mühle, Glarus Hauptstrasse, Glarus Buchholz, Ennenda Kirchweg, Netstal Kleinzaun und Braunwald Rehaclinic.

In der Luftreinhalteverordnung des Bundes ist für Stickstoffdioxid ein Jahresmittel-Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter (mg/m3) festgeschrieben. Stickoxide entstehen vor allem bei Verbrennungen unter hohen Temperaturen (z. B. in Automotoren, Turbinen, Feuerungen). Während des Verbrennungsprozesses wird vorwiegend Stickstoffmonoxid (NO) gebildet, welches durch den Sauerstoff der Luft zu giftigem Stickstoffdioxid oxidiert wird. Stickoxide sind Vorläufersubstanzen für die Ozonbildung.

Braunwald ist besonders sauber
Im Jahr 2020 wurden bei allen Standorten tiefere Konzentrationen gemessen als im Vorjahr. Wiederum wurden bei allen Standorten Stickstoffdioxid-Werte deutlich unter dem Grenzwert gemessen. Die höchsten Belastungen verzeichneten die stark verkehrsgeprägten Standorte: Niederurnen Suterwies (18,5 mg/m3), Näfels Mühle (22,3 mg/m3) und Glarus–Hauptstrasse (21,0 mg/m3).

Bei den übrigen Standorten lagen die Messwerte 2020 weit unterhalb des Grenzwertes von 30 Milligramm pro Kubikmeter: Glarus Buchholz (12.0 mg/m3), Ennenda Kirchweg (14.4 mg/m3), Netstal Kleinzaun (7.6 mg/m3) und Braunwald Rehaclinic (3.6 mg/m3). In Braunwald wurde eine so tiefe Konzentration von Stickstoffdioxid gemessen, wie sie nur bei wenigen anderen Messstellen in der Schweiz erreicht werden.

Werte sinken weiter
Die langjährige Entwicklung zeigt einen abnehmenden Trend. Auch im Nahbereich der Hauptverkehrsachsen in Glarus und Näfels sowie bei der Autobahn A3, Suterwies bei Niederurnen, lagen die Jahresmittelwerte im vergangenen Jahr deutlich unterhalb des Grenzwertes von 30 mg/m3. Die Ursache für diesen neuerlichen Abwärtstrend liegt wohl in einer Kombination von milden Wintermonaten (Januar bis März) und damit einem kleineren Heizbedarf, vermindertem Verkehrsaufkommen während den Lockdown-Perioden der Coronavirus-Krise und langfristigen Auswirkungen von Luftreinhaltemassnahmen im Verkehr und bei Heizungen.

Im Jahr 2020 wurden im Kanton Glarus wieder Messungen von Feinstaub und Ozon durchgeführt. Diese Resultate sind wie alle anderen Messresultate der ständigen OSTLUFT-Messstationen zu finden unter www.ostluft.ch.

Departement Bau und Umwelt

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