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Auch im Glarnerland werden junge Eishockeyspieler gefördert. (Foto: Symbolbild GEC)

Eishockey gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Sportarten. Wenn nicht gerade eine Pandemie wütet, steht die Schweiz in Sachen Zuschaueraufmarsch europaweit an der Spitze. Nun steht man mit den neuen Ligareformen vor einem wegweisenden Schritt in punkto Entwicklung des Schweizer Eishockeys.

Hockey wird in der Schweiz gelebt und zelebriert. Nicht zuletzt dank den beidem WM-Silbermedaillen der Nationalmannschaft 2013 in Stockholm und 2018 in Kopenhagen und jungen Top-NHL-Drafts wie Nino Niederreiter oder Nico Hischier. Und doch läuft man Gefahr, international von Nationen wie Slowakei oder Deutschland überholt zu werden. An der vergangenen U20-Junioren-Weltmeisterschaft holte die Schweiz 0 Punkte und hatte Glück, gab es aufgrund der Corona-Pandemie keine Absteiger.

Auf dem Papier ist der Fall klar
Betrachtet man die Kaderlisten der vergangenen Junioren-WM in Kanada fällt auf, dass bei Nationen wie Finnland oder Schweden der Grossteil bereits im Profisport auf höchster nationaler Stufe tätig sind. Sie bekommen da bereits im jungen Alter viel Verantwortung und müssen sich auf höchstem Niveau beweisen. Die Schweiz liegt in diesem Bereich weit zurück. Die meisten Athleten agieren in der zweitklassigen Swiss League und spielen auch da eher zweite Geige. Dieser Unterschied wird in Direktduellen frappant aufgezeigt.

Weit vom Ziel entfernt
Immer wieder will man die Top-Nationen ärgern, ihnen ein Beinstellen. Auf Juniorenstufe ist man davon, wie erwähnt, weit entfernt. Obwohl man in der Schweiz ebenfalls Ausweise zur guten Nachwuchsförderung vorweisen kann, gelingt es nicht, sich über mehrere Jahre unter den Top 5 zu etablieren. Ein Problem kann die Infrastruktur sein. Hierzulande sind die Eiszeiten rar. Man trainiert auf Juniorenstufe bis spät in die Nacht. Dabei ist vor allem in jungen Jahren wichtig, sich mit dem straffen Trainingsprogramm genügend regenerieren zu können. Aufgrund der hohen Auslastung der einzelnen Eishallen, wo teils mehrere Vereine und Stufen trainieren, ist dies kaum zu ändern. Deshalb streben zum Beispiel die Lakers aus Rapperswil einen Bau einer neuen Trainingsanlage an, um dieses Problem erheblich zu entschärfen.

Neue Reformen als Wohl oder Übel?
Die National League plant grosse Änderungen mit neuen Reformen. Eine wichtige Pendenz ist die Erhöhung des Ausländerkontingentes von vier auf sieben pro Spiel einsetzbare Spieler. Dazu zählen neu auch Doppelbürger mit Schweizer Lizenz. Besonders diese Reform wird kontrovers diskutiert. Für eine Aufwertung der Attraktivität der Schweizer Liga mag dies sicher zutreffen. Ob das Schweizer Eishockey und mit ihr die Schweizer Nationalmannschaft auf lange Sicht besser wird, darf zurecht angezweifelt werden.

Mehr Mut mit den Jungen
Ob nun mit oder ohne dieser Reform: Man muss im Umgang und der Ausbildung der jungen Talente mutiger werden. Mit dem Einbau der Eigengewächse in die Profimannschaften ist man eher zurückhaltend. Langnau oder die Lakers müssen da notgedrungen auf jüngeres Personal zurückgreifen und diese Marschrichtung gefällt. Warum belässt man nicht die Ausländerregelung wie bisher und belohnt dafür Teams, welche aktiv zur Förderung von jungem Personal beitragen? So trägt man längerfristig zu einer Verbesserung auf internationaler Ebene bei. Es gäbe mehr Spieler, die den Schritt nach Nordamerika wagen und sich in der besten Liga der Welt aufdrängen könnten. Zudem könnten die Lohnkosten gesenkt werden, da junge Spieler weniger kosten. Corona bietet die Chance auf ein Umdenken. Die Nordländer machen es vor. Diesem Beispiel sollte man folgen und so auf lange Sicht zu den Top-Nationen aufschliessen.

Fabio Lutz

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