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Kleine Einweihung für ein grosses Geschenk: Regula Etter, Ronald Leuzinger und Christian Marti ehren Maria Jenny-Becker. (Foto: FJ)

Vor mehr als hundert Jahren und vor ihrem Hinscheiden, am 16. April 1913 in Montreux, vermachte Maria Jenny-Becker ihr Haus in Ennenda dem Tagwen Ennenda zu einem öffentlichen wohltätigen Zweck. Nun ist dieses Legat zweckgemäss umgesetzt – in einen Garten, der im Frühling für die Bewohnenden der Demenzwohngruppe im Altersheim Bühli Ennenda wieder blühen wird. 

Das Bänkli, auf dem eine Tafel an die Stifterin des Legates erinnert, ist noch nass, die Bäume stehen kahl, Neuschnee liegt als dünne Decke über dem Gras und bei seiner Ansprache dampft der Atem von Gemeindepräsident Christian Marti. Die Blumen, welche Regula Etter, Geschäftsführung der Alters- und Pflegeheime Glarus, stellvertretend für die Bewohnenden und die Stifterin entgegennehmen darf, bleiben im Papier, damit sie sich halten. Ressortleiter Ronald Leuzinger wischt – fürs Foto – die Tropfen vom Täfelchen. «Wir ehren heute eine Vorfahrin für ihre Grosszügigkeit gegenüber ihren Mitmenschen und der Gesellschaft und spannen den Bogen über ein ganzes Jahrhundert», beginnt Marti und verbindet das Wirken der Vorfahren mit dem Engagement von jenen, die heute verantwortlich sind – also etwa die Alters- und Pflegeheime. «Der Gemeinderat Ennenda stellte ein Jahr nach Maria Jennys Tod ein Gesuch zuhanden des Landrates, um die Liegenschaft zu veräussern.» Die Bedingung: Der Erlös sollte als bürgerliche Stiftung verwaltet werden; die Bestimmung: damit ein Pfrund- oder Waisenhaus zu schaffen. Nachdem der Landrat ein Monat später – am 29. April 2014 – dem Gesuch entsprach, arbeitete das Geld ein Jahrhundert lang vor sich hin, bis 2005 die Finanzkommission des Gemeinderates die Auflösung des Legates vorbereitete und 2006 der Fondsbestand ins Gemeindevermögen überging. Allerdings wurde – nach der Gemeindefusion 2011 – der Fonds mit einem Bestand von gut 200000 Franken wiederhergestellt. Ende 2018 entschied der Gemeinderat auf Antrag der Verantwortlichen der Alters- und Pflegeheime Glarus (APG), das Vermächtnis von Maria Jenny-Becker selig für den Demenz-Erweiterungsbau zur Verfügung zu stellen. Christian Marti bedankte sich bei Maria Jenny postum für ihre Grosszügigkeit: «Ihre Idee aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts half jetzt – Anfang des 21. Jahrhunderts – mit, ein aktuelles Projekt umzusetzen.» Marti dankte den Verantwortlichen und Mitarbeitenden der APG für ihren täglichen Einsatz für die Menschen, die in den Alterszentren eine Gemeinschaft bilden, und den Verantwortlichen in Verwaltungsrat und Geschäftsleitung für die Zusammenführung der Altersheime zu einer Organisation. Noch ist das Wetter zu kalt, um die Füsse im kleinen Wasserbecken zu baden, doch schon bald wird das Geschenk von der Schweizer Riviera am Lac Leman seine belebende Wirkung in Ennenda wieder entfalten können.

FJ

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