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Nur dank den Pflegefachpersonen kann jetzt mit Hochdruck gegen Corona geimpft werden – Anmeldung auf gl.impfung-covid.ch. (Foto: FJ)

Am Dienstagabend, 26. Januar, führte der SBK – Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer Sektion Zürich/Glarus/Schaffhausen eine Zoom-Podiumsdiskussion zum Thema «Pflege im Notstand» durch. Als Alternativprogramm zur geplanten Demonstration «Walk of care». Der FRIDOLIN klickte sich ein.

Manche Themen sind fast so komplex wie ihre Titel – das ist beim Postulat «Für eine qualitativ gute und menschliche Pflege durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen» nicht anders. Es will die Arbeitsbedingungen in der Pflege langfristig verbessern und zielt auf einen Gesamtarbeitsvertrag mit Minimalbedingungen bei Löhnen, Zulagen, Arbeitszeiten. Eingereicht wurde es –gezielt – am Vortag der Internet-Podiumsdiskussion zum Pflegenotstand, an der sich Christine Bickel, Zentrumsleitung Salem Ennenda, Landrätin Sabine Steinmann, Katja Hornung, Leitung HF Pflege Bildungszentrum Gesundheit und Soziales, und Nina Laager, Abteilungsleitung Intensivstation am Spital Glarus, austauschten. Denn der schon lange bestehende Pflegenotstand akzentuierte sich während der Corona-Pandemie deutlich. Es gehe darum, so Hornung, den Pflegeberuf stark zu präsentieren und dafür Lobbying zu machen. «Wir sind im Zentrum der Aufmerksamkeit», sagt Christine Bickel, «nach der Krise gilt es, dranzubleiben.»

Schwerer Stand
Obwohl mit dem neuen Pflege- und Betreuungsgesetz wichtige Punkte besser geregelt werden, haben Pflegende einen schweren Stand. Lange Schichten, immer wieder aus der Freizeit zum Einspringen geholt werden, Nacht- und Wochenenddienste, unterschiedliche Lohnniveaus. Aber die «Heldinnen der Pandemie» wollen mehr als einen warmen Händedruck und Klatschkonzerte. Sie brauchen Verantwortliche wie Christine Bickel, die ihre Probleme erkennen. Derzeit, so Bickel, «vermöge» sie kein Pikett. Wenn es dann Ausfälle gebe, müssten Mitarbeitende, die frei hätten einspringen. «Das sind Arbeitsbedingungen, die ich eine Zumutung finde.» Wie schwierig aber Verbesserungen zu erreichen sind, zeigt die Volksinitiative «Für eine starke Pflege»: 2017 lanciert, stockt sie, weil es im indirekten Gegenvorschlag an Massnahmen fehlt, welche das Personal im Beruf halten sollen. Es gehe darum, so Sabine Steinmann, den schönen Pflegeberuf wahrnehmbar zu machen und ihm Anerkennung und guten Lohn zu geben. Eigentlich wären die Pflegenden bei einem «Walk of care» für ihre Rechte mit Megaphonen und Transparenten auf die Strasse gegangen. Doch nun ging es eben auf dem Podium um die aktuellen Themen der Pflegepolitik, den Personalmangel, die Arbeitsbedingungen, die COVID-19-Pandemie und die bevorstehende Pflegeinitiative. Stiller, aber genauso laut.

FJ

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