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Kompakte Gruppe, kompakter Sound: Die Silvesterschellner Schwanden. (Fotos: Ruedi Kuchen)

Es sind jene drei Stunden, in denen die Schellner das alte Jahr ausläuten. Intensive Momente, bei denen sie das Jahr noch einmal Revue passieren lassen und es gleichzeitig «rauspowern». Insbesondere beim speziellen Coronajahr ein einzigartiges Erlebnis.

«Ich habe gleich zu Beginn der Pandemie gesagt: Macht, was ihr wollt – aber das Silvesterschellen findet statt», so selbstbewusst nimmt Martin Thut, der Chef dieser Schwandner Truppe, Stellung. «Danach ging es hin und her. Können wir? Können wir nicht? Ich stand mit dem BAG in Kontakt, und auch mit der Polizei. Dieses Jahr wurden wir in der ersten Pause auch kontrolliert, aber es war alles in Ordnung. Dieses Jahr sind wir eine Stunde später gestartet – wir hatten eine gute Resonanz in der Bevölkerung und es machte etwa ein Drittel mehr Leute mit. Sonst waren es so 14 bis 15 Personen, heuer waren es 19 Schellner und sechs Helfer. Es war super, die Leute wollten mit 2020 abschliessen, es so richtig rauspowern.» Allerdings hatten die Schellner 2020 gleich 5 Schellnerkameraden zu verabschieden. «Wir machten eine Gedenkminute zum Lied ‹Ich hatt’ einen Kameraden› – da standen sie alle mit Tränen in den Augen, aber es zeigt mir auch, dass hier – besonders auf dem Land – die Bevölkerung sehr solidarisch ist. Es wird einem geholfen, wenn das nötig ist.» Obwohl das Jahr 2020 ein anstrengendes Umfeld mit sich brachte, will Thut bis 2024 oder 2025 weitermachen als Präsident. «Es sind bei uns auch Junge dabei, die ziehen wollen. Sie sind ein gutes Standbein für die Gruppe. Ich selber jedenfalls werde dabei sein, solange ich die Glocke tragen kann. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, man kann in diesen drei Stunden das ganze Jahr noch einmal Revue passieren lassen.» Seit 1976 ziehen die Silvesterschellner durch Schwanden. Damals wurde der Anlass durch Esajas Blumer senior ins Leben gerufen. «Es leitete sich vom Chlausschellnen ab, das damals durch Lehrer Hans Zopfi bei den Primarschülern wiederbelebt wurde. Da sagten sich die Erwachsenen, wir möchten auch etwas tun, aber das Chlausschellnen soll Sache der Schüler bleiben. Da einigte man sich auf den Morgen des 31. Dezember um 4.30 Uhr. Erst wurde im Werk von Mathias Streiff, Seilbahnen, geprobt, dann ging es auf die Proberunde. Später leiteten Esajas Blumer junior und Peter Hefti den Anlass, bis ich ihn übernehmen durfte. Damals waren bis zu 60 Schellner dabei», so Martin Thut. Da bleibt doch zu hoffen, dass die Schellen dieses Jahr gewirkt haben und das Virus vor ihnen Reissaus nimmt.

FJ

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