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Podiumsdiskussion mit Toni Gisler, Mohammad Taheri und Claudia Sollberg (von links). (Foto: jhuber)

Im Anna-Göldi-Museum sprachen Mohammad Taheri und Toni Gisler zum Thema «Heimat: Was bedeutet mir das?» In der von «Glarus verzellt» organisierten Veranstaltung tauschten im Rahmen des Erzählcafés die Referenten und die Besucher ihre eigenen Einschätzungen und Erfahrungen aus.

Ist Heimat der Ort, in dem man lebt? Oder der, an dem man geboren wurde? Das Wort ist Sammelbegriff für viele Definitionen und Einschätzungen. Was für sie ganz persönlich Heimat be­deutet, dazu referierten am Mittwoch, 23. September, Mohammad Taheri und Toni Gisler. Taheri musste vor 412 Jahren aus seiner ursprünglichen Heimat Afghanistan fliehen und scheint langsam in der Schweiz eine neue Heimat gefunden zu haben. «Denke ich an Afghanistan, sehe ich die Bilder meiner Familie und meiner Freunde.» Aber auch der Duft des von der Mutter zubereiteten Brotes gebe ihm ein starkes Heimatgefühl. So langsam habe er ähnliche Gefühls­verbindungen in der Schweiz. Hier war lange die Sprache die grosse Barriere, dass er sich fremd in dem neuen Land gefühlt hatte. «Nun habe ich neue Freunde gefunden und ich kann meine Gedanken und Gefühle mit neuen Menschen teilen.»

Auch für Toni Gisler habe Heimat sehr viel mit Gefühl zu tun. «Am stärksten hatte ich dieses Gefühl kürzlich, als ich auf dem Tödi stand und in das Glarnerland hinunterblickte.» Es sei eine starke Verwurzelung, aber auch Sicherheit, die Heimat in ihm auslöse. Für ihn sei aber auch wichtig, dass der Heimat aktiv Sorge getragen werde. Hier sollte sich jeder in der Gesellschaft engagieren. «In der Familie, Nachbarschaft oder in einem Verein. Ein biss­chen Zeit findet da doch jeder.»

Im Anschluss an die persönlichen Inputs der Referenten konnten sich die Besucher in kleinen Gruppen selber darüber austauschen, was denn für sie selber Heimat bedeutet.

Jürg Huber

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