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Kurt Zwicky senior (zweiter von links) freut sich mit Helfer Robin Angel (ganz links) und den Söhnen Kurt und Fabian auf die Alpfahrt 2020. (Fotos Hans Speck, Netstal)

Rund 80 Geissen aus dem Glarnerland, darunter 33 der Netstaler Bauern Kurt und Martin Zwicky, wurden nach ­Curaglia am Lukmanierpass transportiert, wo sie bis Ende September auf der Alp Puzzetta gesömmert werden.

Samstag, 13. Juni: Die Turmuhr der evangelischen Kirche schlägt soeben die sechste Stunde. Im Stall bei der Mugiweid am Fusse des Wiggis wird es hektisch. Kurt Zwicky und seine Helfer organisieren den Transport der Netstaler Ziegenherde ins Bündnerland. Kein einfaches Unterfangen, die intelligenten und agilen Tiere führen sich eigenwillig, zuweilen sogar störrisch auf. Das verlangt Konzentration, gute Nerven und Geduld und musste schon Tage zuvor organisiert und koordiniert werden. Um 06.45 Uhr, pünktlich wie geplant, geht es ab in die Berge.

Kein Platz auf Glarner Alpen
Gleichzeitig verladen auch zwei andere Glarner Ziegenbauern ihre Ziegen. Der Grund, warum sie ins «Ausland» verfrachten werden: «Eine reine Ziegenalp, wo gemolken und gekäst wird, gibt es leider im Kanton Glarus nicht. Vonseiten der drei Gemeinden und auch der landwirtschaftlichen Organisationen kommt wenig Interesse für uns Ziegenmilchhalter. Unverständlich, da Milch, Butter und Käse von Ziegen immer gefragter werden», erklärt Kurt Zwicky. Nach 2 Stunden Fahrt und 45 Minuten Fussmarsch ist die Alp Puzzetta nahe Medels erreicht. Von Ferne tönt Motorenlärm vom Luk­manierpass. Puzzetta gehört zum Gemeindegebiet von Curaglia und liegt auf 1850 bis 2800 m ü.M. in atem­beraubender Berglandschaft mit saftigen Magerwiesen.

Verschiedene Ziegenrassen
Mit den Ziegen aus dem Glarnerland werden rund 250 Artgenossinnen aus Graubünden auf dieser typischen Ziegenalp leben. «Meine Geissen fühlen sich dort sehr wohl im nahrhaften, saftigen Bündner Gras», so Zwicky. Auf Puzzetta sömmern unter anderem Pfauenziegen und Gemsfarbige Gebirgsziegen, die auch bei extensiver Haltung hohe Milchleistung erbringen. Während der Sömmerung werden eine Käserin und zwei Hirtinnen sich um die rund 300 Milchziegen kümmern und diese tagsüber bewachen. Am Abend beschützen Herde­schutzhunde auf einer Nachtweide die Ziegen vor dem Wolf.

Hans Speck

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