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Ohne Anstrengung, aber mit Blick auf das Glärnischmassiv: ein aussergewöhnlicher Alpaufzug.

Weil der Weg auf die Alp aus Sicht der Tierbesitzer für die Kühe zu gefährlich wurde, «durften» die Milchkühe von Aueren heuer am Mittwoch, 3. Juni, einen ganz besonderen Alpaufzug erleben.

Hoch über Netstal, verteilt auf drei Stafel von 1300 bis auf 2200 m ü.M., liegt die Auerenalp. Seit Generationen wird die nur zu Fuss erreichbare Alp von der Familie Schnyder aus Netstal gepachtet. Eigentümerin der am Fusse des Wiggis liegenden Hochalp ist die Gemeinde Glarus. Der imposante Zugang auf Aueren führt durch eine Felswand, 1000 Höhenmeter und früher 3000 steile Stufen hinauf. Unzählige Helfer, Geröll, morscher werdende Holztritte und um die 3 Stunden Aufstiegszeit prägten seit Jahrzehnten den Alpzugang für Mensch und Tier.

Die Alpbestösser und Tierbesitzer Walter und Jakob Schnyder konnten und wollten das Risiko für ihre Tiere auf dem in den Fels gehauenen und am Abgrund liegenden schmalen Weg nicht mehr übernehmen. Weil sie zu Alpbeginn den Weg für das Vieh als zu gefährlich erachteten, nahmen sie den aussergewöhn­lichen, aber sichereren Alpaufzug per Heli­kopter in Kauf.

Vom Sackberg, wo die «Passagiere» im Stall warteten, ging der «Alpaufflug» bei einer Luftlinie von 4 Kilometern rund 500 Höhenmeter hinauf. Am Mittwoch, 3. Juni, kamen so 32 Kühe in etwas weniger als 2 Stunden auf das Hochplateau. Die Helikopterkosten von rund 5000 Franken werden vom Auftraggeber Schnyder – welcher zudem betont, dass vor allem die guten freiwilligen Helfer nicht wegzudenken waren – beglichen.

So wurden die Kühe tierschutzkonform ge­sichert und über das Seil am Helikopter be­festigt. Die erfahrene Crew der Heli-Linth AG aus Mollis sowie weitere Helfer ermöglichten den Tieren heuer einen um einiges weniger anstrengenden «Aufstieg».

Wie bereits am Startplatz, verliessen die Kühe beeindruckend ruhig nach dem Entfernen des Netzes den Landeplatz auf Aueren Unterstafel – ein kurzer Blick in die Umgebung, welche den meisten schon bekannt war, und schon fingen die Kühe an zu fressen, als wäre es ganz normal, mit dem Helikopter «z’Alp» zu fliegen ...

Barbara Bäuerle-Rhyner, Elm

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