News

Sie glauben an das Projekt Glärnischhütte und an die Zeit nach der Coronavirus-Krise: (von links) SAC-Präsident Ernst Müller, die ehemaligen Präsidenten Beat Frefel und Fridolin Brunner von der Finanzkommission Glärnischhütte sowie Hüttenwart René Marty-Huser. (Foto: Madeleine Kuhn-Baer)

Etwas später als geplant, aber voller Elan hat die SAC-Sektion Tödi die Mittelbeschaffung für den Umbau und die Erweiterung der Glärnischhütte an die Hand genommen. Denn sie glaubt an die Zeit nach dem Coronavirus.

Die Glärnischhütte ist Ausgangspunkt für eine der beliebtesten Hochtouren im Glarnerland: die Besteigung des sagenumwobenen Vrenelisgärtli. Und sie ist spannendes Etappenziel für geübte Bergwanderer auf dem Weitwanderweg Via Glaralpina. Besucht wird sie von jungen Familien bis zu Senioren, die das Hüttenerlebnis am Glärnisch schätzen.

2019 verzeichnete das Hüttenwartpaar Martina und René Marty-Huser 2325 Übernachtungen. Hinzu kamen sehr viele Tagesgäste. Am Samstag, 6. Juni, ist Saisonstart 2020 – selbstverständlich unter Beachtung der vom Bund vorgegebenen Schutzmassnahmen.

Nachhaltig bauen
Doch die Hütteninfrastruktur am Glärnisch entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Der von der Sektion Tödi im Januar genehmigte Umbau mit Erweiterung soll deshalb eine klare Raumstruktur bilden, den Tagesbetrieb auf einer Ebene orga­nisieren, komfortable Schlafräume und Viererzimmer schaffen, die Haus­technik den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen anpassen sowie ein zeitgemässes Energiekonzept umsetzen samt Kompost-WC-Anlage. Dies alles im Sinne der Nachhaltigkeit.

Gebaut werden soll vom Mai bis November 2021; die Eröffnung ist für Juni 2022 geplant.

Wer in den Bergen baut, bewegt Gemüter. Positiv oder negativ. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hat vor Kurzem Einsprache gegen das Projekt der Jung Architektur GmbH, Näfels, erhoben. SAC-Präsident Ernst Müller ist aber zuversichtlich, dass eine Lösung in gegenseitigem Ein­vernehmen gefunden werden kann.

Jeder Franken zählt
Parallel zum Bewilligungsverfahren und der Ausführungsplanung läuft derzeit die Mittelbeschaffung. An die Totalkosten von 2,2 Millionen Franken steuern die Sektion 700000 Franken aus Eigenmitteln und der Zentralverband – dessen Hüttenkommission das Projekt voll unterstützt – 750000 Franken bei. Der Rest soll durch Stiftungen, Kanton Glarus, Gemeinden und Sponsoring aufgebracht werden.

Mit Leglerhütte anno 2008 sowie Grünhorn- und Planurahütte 2013 hat die Sektion Tödi drei Hütten in fünf Jahren saniert. «Keine vergleichbare Sektion der Schweiz hat dies vorzuweisen», heisst es in einem Brief, in dem Ernst Müller sowie die zwei ehemaligen Sektionspräsidenten Fridolin Brunner und Beat Frefel von der Finanzkommission Glärnischhütte um Unterstützung bitten. «Jeder Franken zählt, jeder Beitrag hilft. Mit­änand schaffed mir das», schreiben sie.

In einer Broschüre, die das Projekt präsentiert, sind verschiedene Arten von Sponsoring aufgelistet. Zum Beispiel ein Stuhl in der Gaststube (500 Franken), ein Tisch auf der Terrasse (2000 Franken) oder ein Viererzimmer im Neubau (20000 Franken).

Der Brief hätte bereits im März versendet werden sollen. Doch dann kam die Coronavirus-Krise. Die Verantwortlichen machten eine Risiko­abwägung und entschieden, auf dem bereits eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Sie glauben und hoffen, dass die Mittelbeschaffung trotz aller Wider­wärtigkeiten möglich sein wird. «Es ist sicher mutig im heutigen wirtschaftlichen Umfeld. Vielleicht sind wir auch ein bisschen verrückt. Aber wir glauben an das Projekt und an die Zeit nach der Coronavirus-Krise», so Fridolin Brunner.

mb.

Weitere Infos unter www.glhuette.ch.

Back To Top