News

Regelmässige und gründliche Reinigung ist der Hauptfaktor. (Fotos: jhuber)

Seit Montag, 11. Mai, gehen die Kinder und Jugendlichen im Kanton Glarus wieder in die Schulen und konkret in ihre Klassenzimmer. Dies war aber nur möglich, weil Schutzmassnahmen umgesetzt wurden, wie die Gemeinde Glarus am vergangenen Freitag, 15. Mai, aufzeigte.

«Priorität hat der Schutz der Kinder und der Lehrpersonen», erklärte Hauptabteilungsleiter Bildung und Familie Martin Bilger, am Freitag, 15. Mai, am Beispiel der Schule Erlen den Medien. Auf der Grundlage von Verordnungen von Bund und Kanton wurde ein Massnahmenkatalog er­arbeitet, welcher an den einzelnen Schulstandorten umgesetzt wurde, damit die Kinder wieder richtig in die Schule gehen konnten. In der Zwischen­zeit fand der Unterricht digital und zu Hause statt. Es sei eine gewisse Gratwanderung, meinte Bilger weiter. Damit Unterricht möglich sei, aber auch die Verbreitung des Coronavirus möglichst unterbunden werden könne. Die wichtigsten Aspekte hier seien vor allem die ­Hygiene und die Unterbindung der Durchmischung der einzelnen Klassen. «Dies beginnt schon vor dem ­eigentlichen Unterricht», führte ­Lorenzo Conte, Schulleiter Primarschulen Glarus, aus. So empfängt jede Lehrperson ihre Klasse vor Schul­beginn auf dem Pausenplatz, an­schliessend gehen die Klassen ge­staffelt ins Gebäude und zu ihren Zimmern. «Dies auch, weil der Platz in den Gängen und den integrierten Garderoben begrenzt ist.» Zudem könne die Lehrperson so das Händewaschen zum Unterrichtsbeginn kontrollieren. Das Händewaschen findet dabei in jedem Zimmer einzeln statt, auch um eine Kontamination auf den Handläufen und anderen Ablagen im Korridor zu vermeiden. Die Trennung der Klassen wird in den Pausen mit ­separaten Bereichen aufrechterhalten; zusätzliche Pausenaufsichten stellen sicher, dass dies eingehalten wird.

«Je nach persönlichem Sicherheitsempfinden konnten die Lehrpersonen zusätzliche Bedürfnisse wie Masken, Schutzvisiere oder Plexiglasscheiben anmelden», erklärte Bilger weiter. Da dies aber in allen Schulen in der ganzen Schweiz zum gleichen Zeitpunkt geschehen ist, kam es zu Liefer­verzögerungen, und somit konnte zum Start noch nicht allen Bedürfnissen komplett entsprochen werden. An­passungen braucht es auch beim Turn- und Musikunterricht, da hier der Luftausstoss der Unterrichtsmaterie entsprechend höher ist. «Aktuell verzichten wir im Turnen auf sogenannte Kontaktsportarten wie Fussball, da hier der Abstand nicht realistisch ­eingehalten werden kann», schildert Conte weiter. Zudem werden hier die Garderoben und Duschen noch nicht benutzt. Wenn Turnunterricht auf dem Stundenplan steht, kommen die Kinder in ihrer Turnbekleidung in die Schule. Geduscht wird zu Hause. Beim Musikunterricht werde der Schwerpunkt mehr auf die Theorie gelegt und das eigentliche Singen – wenn möglich – im Freien durchgeführt. «Je jünger die Kinder, desto schwerer ist es, immer den Abstand zu wahren.» Da muss mal bei der Jacke oder beim Schuhebinden geholfen werden, oder man muss helfen, wenn jemand zum Beispiel stürzt und sich eine Schramme einfängt.

Bilger dankte zum Abschluss der kurzen Besichtigung dem Gebäudeunterhalt. Die Mitarbeiter sind aktuell ständig unterwegs und desinfizieren die neuralgischen Stellen in allen Schulgebäuden der Gemeinde.

Grundsätzlich zeigte er sich sehr glücklich, wie der Unterrichtsbeginn unter den speziellen Bedingungen angelaufen sei, dies auch dank der Unterstützung der Eltern, welche aktuell sehr auf den auch sonst nicht so gern gesehenen Taxidienst verzichten. Auch wurde nur eine Handvoll Kinder durch ihre Eltern vom Unterricht ferngehalten. Nicht nur er freue sich aber wohl sehr, wenn schon bald wieder ganz normal Schule sein kann.

Jürg Huber

Back To Top