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Spatenstich in Coronavirus-Zeiten – mit je zwei Meter Abstand: (von links) Geschäftsleiter GLKV Hanspeter Zweifel, Präsident GLKV Hansruedi Zopfi, Architekt Hansruedi Marti und Bauleiter Fridolin Rhyner. (Foto: FJ)

Es war ein Spatenstich nach den Regeln des «Social Distancing» von Bundesrat Berset: zwei Vertreter der Glarner ­Krankenversicherung (GLKV), der Architekt und der Bauführer, dazu der Journalist vom FRIDOLIN, alle mit mindestens zwei Meter Abstand. Am Montag, 30. März, um 09.30 Uhr begannen sie – mitten in der Coronavirus-Pandemie – offiziell mit dem Neubau Glarner Krankenversicherung mit Wohnungen an der Abläsch in Schwanden. Der dazugehörende Apéro wird ­später nachgeholt.

Seit der Fusion der Krankenkasse Elm mit der Krankenkasse Luchsingen-Hätzingen zur Glarner Krankenver­sicherung 2011, ist diese zum grössten Krankenversicherer im Glarnerland gewachsen und bereits zweimal umgezogen.

«Wir brauchten dringlich Räum­lichkeiten», so Präsident Hansruedi Zopfi, «die den Bedürfnissen an­gepasst sind.» Man hatte mehrere ­Projekte vorangetrieben, doch diese seien nicht zustande gekommen. «Umso mehr freut mich dieser Spatenstich mitten in Zeiten von Corona. Man wird sich vielleicht in 50 Jahren noch daran erinnern, dass während
der Pandemie auch etwas Positives ­begann.» Das jetzt realisierte Projekt geht aus einem Wettbewerb hervor, den die Marti AG Architekten, Matt, für sich entscheiden konnte.

Die Planer
Ein Planerteam aus dem Bauherrn Glarner Krankenversicherung, Schwan­den, mit deren Bauherren­vertreter Kaspar Marti von Hauser+ Marti, Glarus, wird mit dem Bau­ingenieur tbf marti AG, Schwanden, und Bauleiter Fridolin Rhyner von Rhyner Baumanagement AG, Schwändi, das Projekt der Marti AG Architekten, Matt, in den kommenden 14 Monaten umsetzen. Nach dem Baubeginn mit dem Aushub will man den Rohbau bis November 2020 – inklusive Dach und Fenster – fertigstellen, damit danach mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Im Juni 2021 wird der dreigeschossige Holzbau bezugsbereit sein.

Das Projekt
Am nördlichen Dorfeingang von Schwanden baut die Glarner Kranken­versicherung ein neues Bürogebäude als Hauptsitz. Dazu gehören neben zwei Bürogeschossen im ersten und zweiten Stock vier Wohnungen und eine Einstellhalle für Fahrzeuge. Auf ­einem massiven Sockelgeschoss aus gestocktem Beton wird ein Holzbau errichtet. Innen wird er mit sichtbaren Stützen und Trägern aus Massivholz konstruiert sein, aussen bekommt das Gebäude eine Lochfassade aus ­sägerohem Fichtenholz. Die Fassadenelemente werden in Holzbau vorfabriziert, ein deutlich überstehendes Vordach wird die Fassade gut schützen.

Statisch gibt die Einstellhalle mit den Massen für die Autoparkplätze ein ­regelmässiges Gebäuderaster vor, das konsequent nach oben läuft. Alle ­Lasten werden direkt abgeleitet, das Raster regelt auch die Grössen der Büros und Zimmer; die Stützen und Träger laufen durch und sind im ­Inneren sichtbar. Das gewählte Prinzip garantiert für die langfristige ­Nutzung eine hohe Flexibilität, weil es einfach Veränderungen zulässt.

Situation und Gestaltung
Der gedeckte Hauptzugang für die Krankenversicherung und die Wohnungen liegen stirnseitig an der Südfassade. Ein Vorplatz bildet den Auftakt des Gebäudes, das längs entlang der Hauptstrasse steht. Gegen Osten hin bieten die Fenster einen schönen Blick ins Sernftal, gegen Süden ins Grosstal. Die Fassade des drei­geschossigen Holzbaus ist sägeroh, mehrfach gegliedert und «wächst» nach oben hin an. Der Sockel besteht aus gestocktem Sichtbeton, das Sattel­dach ist beidseitig mit Indach-Photovoltaik-Elementen gedeckt. Sie dienten zur eigenen Stromproduktion, eine Holzheizung erzeugt die notwendige Wärme.

Glarner Krankenversicherung
Die Räumlichkeiten der Glarner Krankenversicherung erstrecken sich über die ersten zwei Geschosse. Die Büroräume sind entlang der Längsseiten aufgereiht. Die innere Erschliessung übernimmt zusätzliche Funktionen (Empfang, Küche, offene Büroräume) und greift an unterschiedlichen Stellen an die Fassade. Somit sind eine gute Belichtung gewährleistet und schöne Blickbeziehungen möglich. Eine interne, gross­zügige Treppe verbindet die beiden Bürogeschosse auf einfache Art.

Wohnungen
Die Wohnungen werden über die mit den GLKV-Büroräumlichkeiten gemeinsame Eingangshalle erschlossen und übernehmen das klare Tragprinzip von unten, die Balkone liegen an der West­fassade. Alle Räume im obersten ­Geschoss reichen bis unter die ­Dachschräge.

Dank
Architekt Hansruedi Marti dankte der Bauherrschaft und wünschte eine gute und unfallfreie Bauphase. FJ

 

 

 

 

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