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Die Familie Beglinger beim Samstagsausflug. (Foto: zvg)

Kein Stillstand auf den Glarner Landwirtschaftsbetrieben. Die Tiere wollen genauso gefüttert, gemolken und versorgt werden wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. Mehr noch: Im Frühling, wenn der Schnee schmilzt – zumindest auf Höhe zahlreicher Alpen lag er auch in diesem Winter –, gibt es für die Bauernfamilien wieder zahlreiche Arbeiten zu erledigen.

So auch bei Familie Beglinger auf ihrem Biohof Kännelstrasse 28, «Rüti», oberhalb Mollis; Rahel und Christian mit ihren vier Kindern Minna (11), Noah (9), Hanna (7) und Lina (5) geben einen Einblick in ihren Betriebsalltag. Dieser verläuft trotz Homeschooling und ­massiven öffentlichen Einschränkungen wunderbar alltäglich. Die 27 Milchkühe mit Stier und Jungvieh sowie 13 Ziegen mit Bock und täglich mehr Gitzi, 2 Alpakas, aber auch die 10 Hühner und 2 Bordercollies geben dem Arbeitsleben Struktur.

Regional zu produzieren, ist für Bauer Christian Beglinger schon länger ein wichtiges Ziel; im Verlauf der ersten Woche nach Beschluss der massiven Massnahmen des Bundesrates spürte er auf seinem Betrieb eine wachsende Nachfrage nach Fleisch aus Direktvermarktung. Nebst dem Käse und der Alpbutter, welche jeweils direkt ab Hof verkauft werden, produziert sein Hof auch Schweine-, Kalb- und Ziegenfleisch, das regional geschlachtet und verarbeitet wird.

Vom Montag, 16. März, als der Bundesrat seine strengsten Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie ankündigte, bis am Mittwoch, 18. März, wurden rund 220 m3 Mist, das ist die natürlichste Düngung, beim Flugplatz Mollis ausgebracht. Gleichzeitig wurden auf dem Biobetrieb die Blaken gestochen, damit wieder ­richtiges Gras für die Tiere wachsen kann.

Am Freitag, 20. März, betonierten Beglingers im ­alten Stall den Boden, um das einsturz­gefährdete Gebäude als Remise nutzen zu können.

Am Donnerstagabend, 19. März, presste man das Heu aus dem Stall, damit dort ab Mai wieder Platz ist, für das Winterfutter, welches man von da an regelmässig einbringen will. Auch der Getreideanbau kommt jetzt zum Laufen: Ebenfalls beim Flugplatz Mollis spriesst derzeit der erste Bio-Dinkel im Kanton Glarus; vier ­Glarner Landwirte ernteten bei diesem Pilotprojekt im August 2019 Getreide, aus welchem in Näfels zehn Tonnen Mehl gemahlen wurden.

Ebenfalls am 16. März, dem Tag des Lock­downs, konnte die gemischte Ziegenherde der ­Beglingers erstmals auf die Weide gelassen werden.

Barbara Bäuerle-Rhyner

 

 

 

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