Ed McMullen – Porträt eines Optimisten

 

IN DER AKTUELLEN FRIDOLIN AUSGABE

Fridolin-Ausgabe vom Donnerstag, 20. Januar 2022, Nr. 3
Die aktuelle Ausgabe finden Sie jeden Mittwoch ab 15.00 Uhr

01 Jimmy Cliff

Wahlen im Glarnerland:

(K)ein Kampf um die Sitze

 
02 Landrat 2019

Glarner Kantonale Kleintierausstellung 2022:

Alaska, Widder, Legewachtel

 
03 Roger Rychen

Junges Sporttalent aus dem Glarnerland:

Laura Bäbler, Ski, 17 Jahre



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Ed McMullen ist mit Johannes Läderach angereist und begrüsst Frau Landammann Marianne Lienhard. (Fotos: ehuber)

Als der Präsident der Glarner Handelskammer Peter Rufibach am Mittwochabend, 10. November, im Schützenhaussaal die Gäste begrüsste, stellte er Johannes Läderach vor, welcher als sein Nachfolger kandidiert, und erwähnte, dass Simone Eisenbart zur Nachfolgerin von Geschäftsführer Dr. Daniel Althaus werden soll. Danach folgte das kurze Referat von Ed McMullen und das interessante Podiumsgespräch zwischen Läderach und McMullen, das einen Blick in die positive Seite der amerikanischen Seele erlaubte.

Als der Präsident der Glarner Handelskammer Peter Rufibach am Mittwochabend, 10. November, im Schützenhaussaal die Gäste begrüsste, stellte er Johannes Läderach vor, welcher als sein Nachfolger kandidiert, und erwähnte, dass Simone Eisenbart zur Nachfolgerin von Geschäftsführer Dr. Daniel Althaus werden soll. Danach folgte das kurze Referat von Ed McMullen und das interessante Podiumsgespräch zwischen Läderach und McMullen, das einen Blick in die positive Seite der amerikanischen Seele erlaubte.

Er war amerikanischer Botschafter in der Schweiz von 2017 bis 2021 und hatte vom Präsidenten den Auftrag, die Beziehungen zur Schweiz zu stärken. Sechs Monate vor dem Wechsel erreichte er sein Ziel: Die Schweiz rückte von Platz 8 auf Platz 6 in der Liste der wichtigsten Handelspartner der USA vor, obwohl sie gerade mal 1% der Fläche der USA ausmacht. Schweizer Unternehmen haben in den USA über 500000 Stellen geschaffen und sie zahlen mit 101800 Dollar den höchsten Durchschnittslohn unter den sieben grössten Investoren in der Schweiz – das ist doppelt so hoch wie der «normale» Durchschnittslohn. Allein 25 Schweizer Unternehmen haben sich in South Carolina angesiedelt – das nächste Ziel von Ed McMullen: «Es sollen 35 werden.»

Glückliche Wahl
McMullen hatte sich nach Trumps Wahlsieg die Schweiz auswählen können, als der Präsident ihm den Auftrag erteilte. «England war schon weg. Ich schwankte zwischen der Schweiz und Italien, beide Länder interessierten mich, aber ich hätte meinen Weinberg in Italien verkaufen müssen, und so wählte ich die Schweiz. Hier brauchte ich mich weder um die EU, noch um die NATO zu kümmern, ich bekam nur das Gute.» Ed McMullens physische Präsenz allein strahlt all das Positive aus, das die westlichen freien Welt – wie er sich ausdrückt – ausmacht. Und als Johannes Läderach ihn fragte, was er denn für Tipps für den Kanton Glarus und seine Verwaltung habe, sagte er: «Etwas vom Besten, was die Schweiz hat, ist die Hoheit der Kantone über die Steuern und die Regulierungen. Steuern sind für die Wirtschaftswelt und ihre Unternehmen eben ein wichtiges Kriterium. Glarus ist ein sehr starker Kanton in der Wirtschaft, deshalb möglichst wenig regulieren und Unternehmenssteuern abbauen. Denn es stoppt die Investitionen, wenn aus der Wirtschaft das Sozialsystem finanziert werden muss.»

Botschafter McMullen
Zu Beginn seiner kurzen Rede machte McMullen einen Witz, den er aber ernst meinte: «Ich bin nicht der Botschafter, sondern der ehemalige Botschafter der USA, jetzt kann ich offen sagen, was ich denke.» Und das tat er. McMullen lobt die Schweizer Politiker/-innen – «Als ich ihm Frau Bundespräsidentin Sommaruga vorstellte, sagte Trump: Ich wusste nicht, dass die in der Schweiz Sozialisten in die Regierung wählen. Da erklärte ich ihm: Ein Schweizer Sozialist ist etwa dasselbe wie ein konservativer Demokrat in den USA.» Und als Ueli Maurer ihm gesagt habe, es sei ja noch nie ein Schweizer Bundesrat im Oval Office gewesen, habe es nur zwei Monate gedauert, bis sie dort mit Trump und allen Staatssekretären ein sehr erfolgreiches Treffen gehabt hätten. Auch die Schokolade von Läderach lobte er: «Ich sage jedem, die beste der Welt.» Sowohl Demokraten wie Republikaner, so McMullen, schätzten die Schweiz. Es gebe nur eine kleine Gruppe ganz linker Demokraten, die in der Schweiz immer noch ein Bankenparadies sähen.

Er sei aber besorgt über die gegenwärtige Entwicklung. «Noch nie hatte ein Präsident so schlechte Zustimmungswerte wie Biden. Ich bin besorgt über die Beziehungen der Biden-Administration zur Schweiz, und nicht nur zur Schweiz.» Im Gegensatz zu Trump, welcher etwa China schmerzvoll aufgezeigt habe, wo seine wirtschaftlichen Schwächen sind, der aber aussenpolitisch sehr erfolgreich gewesen sei, seien die auswärtigen Angelegenheiten bei der Biden-Administration aus dem Fokus gerückt und sie wirke weniger gut organisiert. «Wir brauchen etwas Führung», sagte McMullen. Donald Trump sei fest entschlossen, in drei Jahren wieder anzutreten, und dann werde er sehr gerne wieder dessen Botschafter in der Schweiz sein. Denn Trump habe seine Lehren aus der ersten Amtszeit gezogen. «Wir haben viel zu tun in unserem eigenen Haus, bevor wir andere kritisieren. Unsere Politik muss sich ändern, sie ist aggressiv, sie ist gemein, sie ist schrecklich.»

Unternehmer McMullen
Jetzt gerade ist McMullen Botschafter für Schweizer Unternehmen in den USA, unter anderem für Läderach. Zwar seien heute in vielen Ländern Profi-Diplomaten am Ruder – «doch das sind Länder, in denen Sie nicht leben möchten.» Für die guten Handelspartner aber habe es seit der Zeit von Thomas Jefferson auch immer Unternehmer und Wirtschaftsleute im diplomatischen Dienst gegeben, welche in anderen Ländern enge Bande zu den USA knüpften. Genau so ist McMullen: Einer, der ein politisches Amt als Unternehmer ausübt, der gute Staatsbeziehungen und gute Geschäftsbeziehungen ermöglicht. «Ich bin optimistisch für die Zukunft, wir müssen einfach wegkommen vom ganzen Woke-Nonsens. Natürlich gibt es Rassismus, überall, auch in den USA. Aber nie gab es für die Angehörigen aller Minderheiten bessere Chancen als jetzt. Wir müssen lernen, zusammen zu arbeiten und zusammen zu leben.»

Einladung angekommen
Was denn die Schweiz von US-amerikanischen Unternehmern lernen könne, wollte Johannes Läderach wissen. «In der Schweiz scheint der Gedanke ans Scheitern etwas Katastrophales zu sein. Nicht so in den USA. Ich habe verschiedene Unternehmen gegründet, und mit vier oder fünf habe ich auch Schiffbruch erlitten. Aber das ist Teil des Prozesses. Doch die Schweizer lernen von Amerika. Ich hatte einen interessanten Präsidenten, für den ich arbeitete. Auch er war ein Unternehmer. Viele warfen ihm vor, er habe diktatorisch entschieden. Aber das Gegenteil war der Fall: Oft hörte er eher zu vielen Leuten zu.» Er selbst, so McMullen, sei in der Schweiz sehr gut aufgenommen worden und was er liebe, seien die kulturellen Unterschiede. «Die Europäer sind stolz auf ihre Kultur und pflegen ihre Unterschiede.» So, wie die Schweiz von Kanton zu Kanton ihre Unterschiede pflege, tue das auch die USA mit ihren verschiedenen Staaten. Der Gedanke, alles zu vereinheitlichen, sei eine Agenda, aber eine schädliche. Geradezu überwältigend war Ed McMullens abschliessende Geste in Richtung Glarner Unternehmen: «Ich habe in Charleston ein Haus an der See, da weht ein Schweizer Fähnchen. Kommen Sie mich besuchen. Und wenn Sie mit Ihrem Geschäftszweig in die USA kommen wollen, rufen Sie mich an, damit ich die entsprechende Firma anrufen kann.»

FJ

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