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Regierungsrat Andrea Bettiga, Raumentwickler Ueli Strauss und Frau Landammann Marianne Lienhard – im Hintergrund André Maerz. Für das Statement von Andrea Bettiga Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ)

Am Montagvormittag, 13. September, präsentierte Raumentwickler Ueli Strauss den Medien die Resultate der Mitwirkung Erschliessung Braunwald, welche der Regierungsrat zur Kenntnis nahm. Frau Landammann Marianne Lienhard und Regierungsrat Andrea Bettiga beantworteten Fragen und erklärten, welche beiden Varianten, jetzt detailliert abgeklärt werden. 

Im Dezember 2020 wurde Ueli Strauss als externer Berater beauftragt, zur künftigen Erschliessung von Braunwald einen freiwilligen Mitwirkungsprozess durchzuführen. Er hörte die Anspruchsgruppen zur Erschliessung Braunwalds an, insbesondere zu den umfangreichen Abklärungen im Projekt Erneuerung Zubringer Braunwald. Der Regierungsrat hat nun im Wissen um alle Meinungen und Ansichten einen Entscheid für das zukünftige Vorgehen in der Planung und Realisierung fällen können.

Für Ueli Strauss handelt es sich hier um einen Klassiker in der Raumentwicklungsentscheidung – aber um eine komplexe. Schon die Bahn selber erfülle zwei verschiedene Funktionen, einerseits als ÖV-Zubringer für ständige Bewohner und Ferienhausbesitzer, anderseits als Zubringer für die Sportbahnen. So spielen auch die Besitzverhältnisse, der Umbruch im Verwaltungsrat und die Finanzen der Sportbahnen mit hinein, ebenso die Tourismusstrategie von Braunwald. Nach ausführlichen Gesprächen mit allen Anspruchsgruppen – von der IG Braunwald über die Reha-Klinik, die Bahnbetreiber und die Hotels bis zur Gemeinde und zu den Umweltverbänden – wurden in einem breiten öffentlichen Mitwirkungsverfahren 652 schriftliche Meinungsäusserungen zu vier Varianten ausgewertet. Laut Strauss haben sich die Betroffenen zu 90 Prozent geäussert, was er als sehr gutes Ergebnis wertet. Insbesondere zeige die Mitwirkung, was die Bewohnenden von Braunwald wollen. Jetzt liegt – als zusätzliche Variante, welche vom Grossteil der Befragten favorisiert wird – auch der Vorschlag 10er-Einseilkabinenbahn für Personentransporte sowie bestehende Standseilbahn für Materialtransporte vor.

Weitere Prüfung
Der Schlussbericht empfiehlt nach der Mitwirkung und gestützt auf die technischen Möglichkeiten, folgende zwei Varianten weiterzuverfolgen: Neubau einer 10er-Einseilkabinenbahn, vorwiegend für Personentransporte und leichte Güter sowie Ertüchtigung der bestehenden Standseilbahn als Bahn für schwere und sperrige Güter sowie Personentransporte in reduzierter Art und Weise, also primär für einen Notbetrieb. Als Variante B wird der Neubau einer Standseilbahn auf bestehendem Trassee mit einem Neubau Bergstation östlich oder westlich der heutigen Station geprüft. Dabei soll auch aufgezeigt werden, wie dann Personen zum Hüttenberg und zum Grotzenbüel weitertransportiert werden.

Strasse vom Tisch
Weil alle weiteren Varianten, so auch die Strassenerschliessung vom Urnerboden her, von keiner Anspruchsgruppe mehr forciert wurden, werden sie nicht weiterverfolgt. Es sollen nur die beiden erwähnten Varianten weiter ausgearbeitet werden, bis sie auf vergleichbarer Tiefe abgeklärt sind und einander nach allen relevanten Beurteilungskriterien gegenübergestellt werden können. Diese weiteren Abklärungen werden mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.

Deshalb muss die bestehende Standseilbahn ertüchtigt werden. Dabei wird abgeklärt werden müssen, in welchem Ausmass dies geschehen muss, um einen ausfallsicheren Betrieb sicherstellen zu können, ohne auf der anderen Seite Kosten zu generieren, die bei einem Entscheid zur Realisierung von Einseilkabinenbahn und «Standseilbahn light» doppelt anfallen könnten. Die Projektverantwortlichen müssen nun den Umfang dieser jetzt anstehenden Ertüchtigung definieren.

eing./FJ

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